New Jedi Order 14 – Wege des Schicksals

Star Wars - New Jedi Order 14: Wege des SchicksalsWeiter geht’s hier auf dem Rezensionssofa. Band 14 schnell gelesen, für gut gehalten, aber im Rückblick doch als etwas blass empfunden. Nach dem genialen Band von Stover fällt die Serie auf das übliche, wenn auch gute Niveau zurück, kann also nicht wirklich anknüpfen. Eher knüpft es an Troy Dennings Das Ultimatum an, stellt also einen “Zwischenbericht” dar, der mehrere Handlungsfäden wieder zusammen webt und einen neuen Ausgangspunkt schafft.

Walter Jon Williams schreibt nicht schlecht, es ist locker-flockig zu lesen, wenn auch insgesamt sehr einfach gehalten. Das betrifft nur leider auch den Inhalt, obwohl das Buch mit satten 670 Seiten den üblichen Rahmen sprengt. Nun, immerhin können die verbliebenen Reste der Neuen Republik ihre Macht ein wenig konsolidieren, während die Yuzzhan Vong in ihrem Eroberungszug Materialermüdungen zeigen und ihren galaktischen Feldzug einstellen müssen. Tatsächlich stellt sich die Handlung als Wendepunkt dar und ich darf gespannt sein, wie dies in den folgenden Bänden ausgebaut wird.

Ich sehe das Buch, obwohl es nicht schlecht zu lesen war, trotzdem als eine verpasste Chance. Mit dem Wendepunkt geht die Rückkehr von Jacen und Vergere einher. Zusammen mit Jaina sind das die definitiv interessantesten Charaktere für mich geworden, was ich ihnen nicht zugetraut hätte. Vermutlich liegt es daran, dass sie erwachsen geworden sind und nicht ständig Opfer von irgendwelchen Entführungen wie in der schrecklichen Bantam-Phase sind. Sie entsprechen nicht dem üblichen Strahlemann-Image, den die Filmhelden immer noch mit sich herumschleppen. Das heißt, sie sollten es… An dieser Stelle verpasst es Williams leider, den Faden von Jacen aus dem Vorgängerband aufzunehmen. Jacen wird nur noch als weiser und hingebungsvoller dargestellt und das war’s auch schon. Geniale Ideen hat er keine, durch sein Handeln und Reden überzeugt er leider niemanden, eine wirklich tragende Rolle nimmt er schon gar nicht ein. Die eingeschlagene Darstellung von Jaina und Vergere gelingt Williams dagegen besser. Leider, und das ist die nächste vergebene Chance, bekommt Vergere als Jedi der Alten Republik kaum Chancen, ihr Wissen an Luke und die neuen Jedis weiterzugeben.

Wovon ich gar nicht weiß, was ich halten soll, ist der neu eingerichtete Jedi-Rat, der aus sechs Jedi-Mitgliedern und sechs Regierungsvertretern besteht. Das ganze soll ein formelles Beratungsgremium für den Staatschef der Neuen Republik sein, in dem Jedi-Angelegenheiten behandelt werden. Für die Handlung dieses Bandes hat der Jedi-Rat nicht wirklich eine Bedeutung, deshalb hoffe ich mal, dass diese in den Folgebänden noch ausgefüllt wird. Die gemischte Besetzung halte ich auch für misslungen, das macht den Jedi-Rat mehr zu einem politischen Gremium als zu einem Rat, der über die Angelegenheiten der Jedi entscheidet.

Immerhin gibt es mit dem Höchsten Oberlord Shimrra von den Yuzzhan Vong ein neues interessantes Element in der Serie und wodurchr ein paar spannende Fragen offen sind. Es ist möglich, dass er ein Machtbenutzer ist, was es unter den Yuzzhan Vong eigentlich nicht gibt, denn sie sind ja selbst von den Jedi in der Macht nicht zu erspüren. Außerdem spielt sein Narr Onimi eine seltsame Rolle, die noch unklar ist. Vor allem macht Shimrra einen ziemlich durchgeknallten Eindruck, als ob er schon wüsste, dass der Sieg gegen die Neue Republik nicht mehr gelingen kann.

Na gut, vermutlich geht es diesen Monat schon mit Band 15 weiter.

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