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Angels & Demons / Illuminati

Noch einen Film habe ich letzte Woche gesehen, und zwar die neue Dan Brown-Verfilmung Illuminati. Da ich von The Da Vinci Code recht angetan war, war ich an sich recht gespannt auf die filmische Fortsetzung. So viel lässt sich aber schon vorne weg sagen: an den ersten Film kommt Illuminati lange nicht heran.

Illuminati

Am Da Vinci Code haben mir vor allem die verzwickte Handlung, die zahlreichen Puzzlestücke und die mysteriöse, spirituelle Anstrich gefallen. Das hat insgesamt eine ganz wunderbare Mischung ergeben, die Spannung erzeugte, fantastisch anmutete und zumindest ein wenig zum Mitdenken anregte. Dazu kamen die exzellenten Bilder, die Flashbacks in die Vergangenheit zeigten und die getrost der Bildgewaltigkeit eines Herrn der Ringe Konkurrenz machen konnten.

Das alles hat Illuminati mit Ausnahme der Schauspieler nicht. Illuminati ist eine reine Schnitzeljagd, die hier und da ein paar kleine Informationshäppchen bietet. Diese scheuchen unsere Protagonisten dann quer durch Rom zu den jeweiligen Schauplätzen. Das ist praktisch so unspektakulär wie eine Aneinanderreihung von Reissäcken in China und damit völlig konträr gegenüber der Fülle des ersten Films. Da waren die Informationen deutlich zahlreicher und die Puzzleteile kamen über Entdeckungen, Schlussfolgerungen, Rückblenden, weitere Expositionen und Erinnerungen zusammen und formten nach und nach ein Bild. Das ist in Illuminati praktisch nicht der Fall. Neben ein paar kleineren Anekdoten von Robert Langdorn, die ihm immer scheinbar zufällig einfallen oder plötzlich wegen einer Figur in einer Kirche aufkommen, werden viel Rennerei und eine ganze Reihe eher belangloser Zwischenszenen gezeigt. In denen geht es dann darum, sich mit bürokratischen Zuständigkeitsrangeleien herumzuschlagen und bornierte Polizeichefs und Polizisten zu überzeugen, überhaupt etwas zu tun. So weit leider so langweilig.

Die ganze Handlung ist nicht sonderlich intelligent oder spannend. Auch wenn der Film es lange Zeit offen lässt, wer der Gegenspieler ist, bleibt es im Großen und Ganzen bei der Berieselung des Zuschauers. Am Ende wird die Auflösung auch noch über einen äußerst simplen Szenenschnitt aufgelöst, der wie ein handwerklicher Deus ex machina aussieht und damit alles andere als befriedigend wirkt.

Alles in allem hat sich der Film für mich nicht gelohnt und ob ich das Buch mal lesen werde, weiß ich noch nicht. Da ich es aber auch noch nicht geschafft habe, den Da Vinci Code zu lesen, kann ich noch nicht sagen, welchen Eindruck Dan Brown bei mir hinterlassen wird.

Star Trek

Ui, lange Zeit ist hier nichts passiert, das muss wenigstens für den Moment mal geändert werden. Letzte Woche habe ich Star Trek im Kino gesehen, was ich hiermit einerseits loben aber andererseits auch bekritteln kann. Da sich J.J. Abrams und sein Team für den Film verantwortlich zeichnet, waren meine Erwartungen dann auch nicht gerade gering. Zudem hat mir in den letzten zwei Jahren der Star Trek-Serienkosmos doch einigermaßen zugesagt, wie in den letzten Serienchecks zu sehen ist. Die Frage, die ich an den Film gestellt habe, ist die, ob der neue Film noch Star Trek ist oder nicht. Die Antwort gibt es mit ein paar Spoilern nach dem Bild.

Star Trek

Ich stimme der generellen Meinung zu, dass der neue Film als SciFi-Actionfilm wirklich gelungen und sehenswert ist. Die Optik ist konsequent neu entwickelt worden und es geht etwas weg von dem sauber, steril und harmonisch aussehenden Kulissen und Welten der Serien und vorherigen Filme. Vielleicht mit Ausnahme der weißen Brücke, die ein interessanten Kontrast im Film bildet. Auch die Figuren sind konsequent weiter entwickelt worden und in meinen Augen sehr stimmig. Und man hat auch die Kameraführung “konsequent” entwickelt, wobei mir hier die leicht “spacige” Kameraführung ganz gut gefallen hat. Das habe ich so bisher nur in Battlestar Galactica gesehen. Über die anhaltende Hektik der Kamera in beinahe allen Szenen, also auch den ruhigeren, darf dagegen gestritten werden.

Interessanterweise hat mir Kirk am besten gefallen. Seine, aber auch Spocks (Neu-)Charakterisierung sind wirklich gelungen. Kirk wird sehr passabel als Haudrauf-Tatmensch dargestellt, der sich in eine Sache verbeißt und diese ohne Wenn und Aber durchzusetzen vermag. Er handelt ohne groß nachzudenken, schlägt sich im wahrsten Sinne das Wortes aber auch mit den Folgen herum, und das im Endeffekt auch mit Erfolg. Seine Einführung als Kind, dem die reglementierende Hand des Vaters fehlt und dessen Tod im Grunde sein ganzes junges Leben prägt, ist äußerst gelungen und macht ihn als unbedarften Actionhelden glaubwürdig. Ähnlich sieht das bei Spock aus, der anders als in der Serie und den Filmen einen inneren Konflikt zwischen seiner vulcanischen und menschlichen Seite spendiert bekommt. Dass Spock das eine oder andere Mal Gefühle zeigen darf, ist ebenfalls eine interessante und gelungene Neu-Entwicklung seines Charakters. Ferner rückt Uhura mehr ins Zentrum einer ansonsten reinen Männerriege. Dieses Zugeständnis darf der heute gegebenen Emanzipation gegenüber den 1960er Jahren zugeschrieben werden. Außerdem behauptet sie sich gegen den Frauenhelden Kirk und wendet sich stattdessen dem zurückhaltenderen Spock zu. Auch dies ist eine interessante Neu-Entwicklung in der Figurenkonstellation des neuen Star Trek-Films. Soweit wie Battlestar Galactica, aus ehemals männlichen Hauptdarstellern nun weibliche zu machen, geht der neue Film dann aber doch nicht. Denn im Grunde ist Star Trek auch kein Reboot sondern eine Mischung aus Fortsetzung und Vorläufer des bestehenden Star Trek-Serienkosmos.

Abrams und seinen beiden Autoren Roberto Orci und Alex Kurtzmann, die ihn seit den ersten Tagen von Alias begleiten und die für ihn bereits Mission: Impossible 3 geschrieben haben, knüpfen mit dieser Figurenkonstellation und der Neu-Charakterisierung dezent an ihre in der Serie Alias entwickelten Tugenden an. Denn die Charakterisierungen gelingen ihnen in dem neuen Film doch ganz hervorragend. Genau das habe ich Abrams auch zugetraut. Er gewährt ein paar neue Einsichten in die Charaktere und bringt Sachen ein, die es so innerhalb von Star Trek noch nicht zu sehen gab. Das ist es auch, was er mit Mission: Impossible 3 gemacht hat, wo die persönliche, private Seite des Hauptcharakters Ethan Hunt viel stärker beleuchtet wurde, als in den ersten beiden Mission: Impossible-Teilen. Dieses Prinzip hat er nun wieder auf Star Trek angewendet und es hat funktioniert. Die Figuren sind in meinen Augen das Herzstück des Films. Höchstens Scotty war mir als dritter Klassenkasper in der Runde dann doch einer zu viel. An seiner Person merkt man dann auch, dass Star Trek zuallererst ein Actionfilm ist, der sich selbst nicht so ganz ernst nimmt. Denn wenn Scotty-Darsteller Simon Peg mit Erstaunen ausruft, “Seid ihr aus der Zukunft? Cool!”, dann bricht der Film zum Einen mit den zahlreichen Verwicklungen und zum Anderen auch mit dem Technobabbel, die in den bisherigen Serien und Filmen noch sehr ernsthaft behandelt wurden und die auch zu ernsthaften Problemen und im Grunde unlösbaren Entwicklungen bei der Erzählung führten. Diese hat man ja nur mit dem Stichwort “Tech the Tech!” lösen können.

Dagegen bleibt es aber bei einer platten Story und dem blassen Bösewicht. Beides lässt sich ein bisschen entschuldigen, da sich der Film wirklich viel Zeit nimmt, die Charaktere einzuführen und ihnen viel Spielraum gegeben wird. Somit bleiben in erster Linie ein famoses Actionspekatakel im Weltall, dass sich selbst nicht so ganz ernst nimmt, und die Neueinführung der Figurenkonstellation. Gerade Letzteres hätten sie wohl kaum gemacht, wenn sie sich nicht sicher gewesen wären, einen weiteren Star Trek-Film zu drehen. Mit Damon Lindelof als nächsten Drehbuchautoren hoffe ich aber nun auf etwas mehr Star Trek-Tiefe.

Denn das ist eigentlich mein Kritikpunkt am Film: mit Star Trek hat dieses Actionspektakel nicht mehr viel zu tun. Nur weil bekannte Namen auf einer Enterprise im Weltall herum kutschen, ist das noch nicht mit Star Trek gleichbedeutend. Wo ist der Wagon Train im Weltall und die Final Frontier, die gerade die Originalserie ausgemacht haben? Wo bleibt der Kampf um humanistische Werte? Ja, um in allgemeinen Science Fiction-Definitionen zu sprechen, wo bleibt der Spiegel auf unsere Gegenwart? Mit viel gutem Willen lässt sich die alternative Realität, in die sich der Film begibt, als neue Metamorphose des Star Trek-Patchwork-Universums bezeichnen. Der Film reflektiert damit gerade noch den eigenen Serienkosmos der vergangenen reichlichen 40 Jahre. Aber sonst? Nun ja… Ich habe nichts dagegen, dass es etwas wilder zugeht im neuen Star Trek-Universum, dass die politische Korrektheit zum Teil über Board geworfen wird, keine philosophische Botschaft mit dem Holzhammer daher kommt, es ein deprimierendes Spiegelbild wie in Battlestar Galactica gibt oder der Optimismus der früheren Serien, in denen bereits verbesserte Menschen nach weiterer menschlicher Perfektion streben, nun zu den Akten gelegt wird. Als Vulcan zerstört wird, habe ich außerdem einen kurzen Moment wirklich darum gebetet, dass es keine offensichtliche Holocaust- oder 9/11- Anspielung gibt. Aber dass es lediglich ein dicker Spezialeffekt im Film blieb, habe ich dann wiederum auch nicht erwartet. Wenigstens ein klitzekleiner – zumindest für mich entdeckbarer – Subtext oder eine Anspielung wäre doch schön gewesen. Das vermisse ich aber oder er war mir wirklich nicht offensichtlich genug. Deshalb hoffe ich auf den nächsten Film, gerne wieder in der Form eines solchen Actionspektakels, mit diesen Figuren und diesem Look, aber dann vielleicht mit etwas ansatzweiser Tiefe, wie es Matrix oder zuletzt auch The Dark Knight boten. Bitte bitte. Danke sehr.

Im Übrigen noch ein Wort zur Kontinuität, die bei dem neuen Film doch am Häufigsten kritisiert wird. Das ganze Konstrukt Star Trek ist ein offenes System, dass sich über 40 Jahre lang entwickelt und verändert hat. Nicht immer blieb es dabei am Zeitgeist, dazu sind zahlreiche Episoden in Voyager und Enterprise doch nicht so gelungen. Aber die gelungenen Episoden wiederum sind dem doch recht nahe gekommen. In solchen Episoden hat man versucht, philosophische, gesellschaftliche oder politische Metaphern einzubauen. Gleichzeitig gab es eigenständige virtuelle Räume, die man erforscht hat, womit Star Trek gerade in TNG, DS9 und ein wenig auch in VOY neue Wege eingeschlagen hat. Diese haben den Star Trek-Serienkosmos u.a. eine neue Erweiterung gegeben. Schon die Originalserie hat sowohl mit den politischen Metaphern auf den Kalten Krieg als auch dem finsteren Paralleluniversum den Grundstein dafür gelegt. Gerade dieses Paralleluniversum wurde in DS9 und in ENT mehrfach wieder aufgegriffen. Was ich meine ist, dass der bestehende Serienkosmos mit über 700 Film- und Fernsehstunden viel zu detailliert ist. Der Serienkosmos ist sowohl spiegelbildlich auf die Gegenwart, in der eine Serie entstand, als auch in sich selbst reflexiv und reflexiv gebrochen. Man hat in den späteren Serien seit TNG mehrfach Widersprüche und Kritik gerade zur alten Serie eingebaut und diese variantenreich und selbstkorrigierend dargestellt. Star Trek ist damit ein offenes (Patchwork-)System und kein komplettes Ganzes, welches lediglich um Nuancen, einfache Aspekte oder neue Geschichten erweitert wird. Die Ambivalenz, die der neue Film mit seiner alternativen Realität bietet, und der gleichzeitige Verzicht auf eine sogenannte “wahre” Handlung, die der Film eben wegen der neuen Realität gerade nicht hat, passen unter dieser Sichtweise deshalb durchaus zu Star Trek. Wie oben bereits geschrieben ist mir der simple Fakt, dass der neue Film den Serienkosmos Star Trek in eine alternative Realität hievt, aber zu wenig, um das Aushängeschild Star Trek zu tragen.

James Bond – Quantum of Solace

Mal wieder schreibe ich ein paar Worte zu einem Kinofilm, der schon vor Äonen gestartet ist. Aber diesmal liegt’s nicht daran, dass ich den Eintrag so lange vor mir hergeschoben habe, sondern daran, dass ich den Film tatsächlich erst diese Woche gesehen habe. Was auch Zeit wurde! Damit habe ich endlich mal wieder einen Bond im Kino bewundern dürfen, was erst das zweite Mal überhaupt war. Mit ein paar Worten zu den alten James Bond-Filmen und dann zum neuesten Streifen geht’s gleich weiter…

jamesbond-qunatumofsolace

James Bond war für mich immer lustige Unterhaltung, da ich als Jugendlicher in erster Linie die Roger Moore-Filme gesehen habe. Nur die ersten von Sean Connery kannte ich, einen von Timothy Dalton und schließlich die Filme mit Pierce Brosnan. Erst diesen Sommer, als ich zwei Wochen lang mit einer Grippe zu kämpfen hatte, habe ich mir alle James Bond-Filme anschauen können. Und was soll ich sagen, ich bin zu einem kleinen James Bond-Fan mutiert. Insgesamt war ich doch recht beeindruckt, wie viele Blockbuster-Qualitäten schon die alten Connery-Filme aufweisen und wie stark die Filme durch konzipiert waren. Dagegen war der Film mit Georg Lazenby doch sehr schwach, auch wenn seine Bond-Darstellung einige interessante Aspekte beinhaltet, die sich in veränderter Form auch beim neuen Bond Daniel Craig wiederfinden. Auch die frühen Moore-Filme, die ich bis dato nicht kannte, waren mir eher suspekt. Roger Moores Bond ist aber schließlich nur noch die Selbstironie pur, weshalb die Filme bei mir leicht an Stellenwert verloren haben. Wobei bei Moore die Anfangssequenzen immer spektakulärer wurden. Timothy Dalton schließlich zeigt einen harten, rauen Bond, im zweiten Film gar einen rogue-gehenden Maverick, der viel dem aktuellen Bond vorweg nimmt. Aber diese Darstellung passte offensichtlich damals nicht zum Zeitgeist, weshalb er nur zwei Filme machen durfte. Insgesamt gefallen mir von den alten Filmen inzwischen die von Connery am besten und ich freue mich schon darauf, irgendwann mal wieder in die Serienwelt in Form der BluRay-Discs abzutauchen. Sobald ich mal wieder Zeit habe…

Dass mir die Connery-Filme inzwischen so gut gefallen, macht mich aber noch nicht zu einem Puristen. Da ich mir die Bond-Filme alle auf Englisch angesehen habe, ist es manchmal irre komisch, die Namen der Bondgirls zum ersten mal zu hören (Pussy Galore, Plenty O’Toole). Der Witz wirkt aber irgendwann nicht mehr, selbst wenn die späten Moore-Filme immer etwas an Lächerlichkeit zulegten. War der Umschwung bei den Dalton-Filmen vielleicht etwas zu viel des Guten, kommt die Mischung aus leichter Ironie, etwas mehr Charaktermomenten und einer etwas härteren Schale bei den Brosnan-Filmen deutlich besser an. Und mir gefallen der erste und der dritte Brosnan-Film auch richtig gut, selbst der zweite liegt nur wenig dahinter. Goldeneye war damals auch mein erster Bond-Film im Kino, leider solle ich es danach bis Quantum of Solace nicht mehr zu einem Bond-Film ins Lichtspielhaus schaffen… Nur mit Brosnan Nr. 4 hat man es arg übertrieben, wobei ich einige der Action- und Adrenalinszenen durchaus noch ganz ansehnlich finde. Casino Royale ist für mich schließlich der gelungenste Neustart der James Bond-Figur und des Franchise bisher und so ganz anders, als ich es vorher dachte. Die Anknüpfung an Dalton, die harte Schale und die viel stärkeren Charaktermomente machen aus den neuen Bond-Filmen wesentlich interessantere und originellere Filme, als es die Dalton-Filme selbst oder der letzte Film mit Brosnan waren. Und mit Verlaub, aber Craig bringt einen innerlich zerrisseneren Bond deutlich besser rüber als ein Dalton. Noch dazu passen die eher hart und heftig angelegten Actionfilme mit Craig viel besser zu unserem Zeitgeist, in unsere Post-9/11-Ära und zu unseren durch Film, Fernsehen und Nachrichten konditionierten Erwartungen.

Casino Royale ist für mich einer der besten, vielleicht der beste Bond-Film überhaupt. Damit hat es Quantum of Solace schon mal schwer und so ganz kommt er meiner Ansicht nach auch nicht an seinen Vorgänger heran. Dazu gehen mir die Actionszenen in der ersten halben Stunde manchmal etwas zu schnell und sind nur lose miteinander verknüpft. Das hat zwar Stil, aber der muss einen nicht unbedingt gefallen. Wobei der Ansatz wirklich gut ist, es wird nicht lange gefackelt, sondern wenn Action angesagt ist, dann langen alle Beteiligten sofort heftig zu und schaukeln sich nicht erst eine Weile auf. Das macht den Film aber auch zu einem kürzeren Vergnügen als Casino Royale, der viele Szenen deutlich länger auskostet.

Die Frage, die sich ja alles Welt stellt, ist, ob diese Filme überhaupt noch etwas mit James Bond zu tun haben. Tatsächlich sind sehr viele typischen Bond-Elemente von der Checkliste gestrichen wurden. Das liegt daran, dass die Filme eigentlich einen Bond am Anfang seiner Karriere darstellen sollen, der sich noch nicht zum Lebemann und jovialen Nobelagenten entwickelt hat. Ist es nun Bond oder nicht? Natürlich ist es Bond, nur weil eine Reihe von Elementen fehlt ist es nun nicht so, dass es gar keine typischen Bond-Momente gibt. Er trinkt immer noch seinen Martini, obwohl er nicht wirklich weiß, was er trinkt. Bondgirls umschwärmen ihn, auch wenn sie zum Teil ihre eigenen Agendas haben. Mindestens eine Verfolgungsjagd findet in einer Nobelkarosse statt, die anständig zerlegt wird. Bond ist immer noch dazu fähig, sich in allen Notlagen an jedem erdenklichen Ort auf der Welt zurechtzufinden. Und sicherlich gibt es noch eine Reihe weiterer Elemente. Andererseits enthalten die neuen Filme die entsprechende Portion neuer Elemente, die helfen sollen, den neuen Bond auch wieder interessanter zu machen. Charaktermomente eben, heftige Action, eine Handlung am Puls unserer Zeit. Die Mischung ist gut, interessant und sehenswert.

Zwar halte ich Quantum of Solace nun nicht für den stärksten Bond-Film, dazu fehlt ihm das Tüpfelchen an Originalität, dazu sind die Actionszenen etwas zu sehr Fließbandarbeit. Aber er macht (mir) Spaß, ist soweit ordentlich umgesetzt und ist wegen seines beinahe direkten Anschlusses an den letzten Film interessant genug, um der Figur Bond zu folgen. Vermisst habe ich lediglich den typischen Bond-Jingle, der aber sicherlich deshalb nicht eingesetzt wurde, weil dieser Bond sich noch in seiner frühen Entwicklungsphase befindet. Musikalisch ist ansonsten nichts auszusetzen. Ich freue mich aber schon darauf, wenn des Bond-Theme mal irgendwann in einem der kommenden Filme einsetzt und einen entwickelten Bond ankündigt. (Einer der für mich stärksten Bond-Szenen wegen der Musik ist die Szene in der Bibliothek in St. Petersburg im Film Goldeneye, als Bond sich den Weg freischießt und dort brachial das Bond-Theme erklingt.) Handlungstechnisch erinnert Quantum of Solace und rückblickend Casino Royale ein wenig an die Connery-Filme, der sich ja auch von Film zu Film den Bösewicht in der Rangleiter über dem letzten Bösewicht einer super-geheimen Terrororganisation schnappte. Genau diese Spectre-Anleihe findet sich auch in den beiden Craig-Filmen wieder. Mal sehen also, wer das nächste Mal dran kommt. Bis dahin wird meine Vorfreude auf den nächsten Bond-Film wachsen.

The Dark Knight

Wieder ziemlich spät habe ich meinen Eindruck zum diesjährigen Kinoknaller The Dark Knight zuende geschrieben. Aber was soll ich auch machen, wenn da draußen schon so viele brillant geschriebene Analysen zu finden sind, gegen die ich kaum anstinken kann. (Die andere Ausrede ist, dass ich zur Zeit zusätzliche Arbeit am Halse habe.) Mit fiesen, bösen, schlimmen Spoilern geht’s gleich weiter.

The Dark Knight

Ich schätze den Film ganz grandios ein, für mich ist The Dark Knight sicherlich das Kinohighlight des Jahres und diesmal schlägt ein Batman-Film nicht nur finanziell einen Indiana Jones-Film, sondern er macht das auch noch phänomenologisch (ha, wer hat die Anspielung verstanden?!). The Dark Knight lebt vor allem von seinem Figuren-Ensemble und macht Bruce “Batman” Wayne nicht zur dominierenden Hauptfigur. Tatsächlich wird Batman/Bruce Wayne sogar ein wenig zur Nebenfigur. Weniger aber trifft das auf Harvey Dent/TwoFace zu, bei dem ich der vielfach geäußerten Meinung, dass seine Wandlung zu abrupt war, nicht zustimme. Für mich ist die Darstellung seines Charakters eine Welt für sich. Weniger vielleicht wegen des Schauspielers, obwohl ich Aaron Eckhart auch gut finde, sondern mehr wegen dem, was die Story des Films mit ihm macht. Man sieht, wie es ihm immer schwerer fällt, das zunehmende Ausmaß der Verbrechen zu bekämpfen und er droht, seinen rechten Pfad zu verlassen und zu unlauteren Mitteln zu greifen. Einmal kann er noch von Batman zurück gehalten werden, spätestens als seine Freundin getötet wird, ist es aber zu spät. Er wird selbst zum Verbrecher und bekämpft im übertragenen Sinne das Verbrechen mit deren eigenen Mitteln. Das wirkte auf mich doch sehr beeindruckend und ist so ein ganz anderer Ansatz als der des Hampelmanns Tommy Lee Jones in dem einen alten Batman-Film. Das gibt dem Namen “TwoFace” eine ganz andere Bedeutung, die gar nichts mit seinem Gesicht nach der Entstellung zu tun hat.

Die Geschichte ist gleichzeitig das, was mich an dem Film am meisten beeindruckt hat, ja mehr noch als das eigentliche Geschehen, also die Action und die Darstellung der Figuren selbst. Die 9/11-Analogie und die damit verbundenen gesellschaftlichen Implikationen wurden wohl noch nie so stark, so düster, so finster in einem Blockbuster dargestellt. Die Julius Cäsar-Nummer, die mit dieser Thematik in Verbindung steht, gefiel mir da am besten. Batman befand sich auf dem selben Weg wie einst Julius Cäser (oder auch wie der Imperator), er wollte die Macht nur zu dem Zweck an sich reißen, um die allgegenwärtige Bedrohungen auf die Gesellschaft, die Menschen in Gotham City einzudämmen. Eine Bedrohung also, mit der die Behörden der Stadt und die Polizei immer mehr überfordert waren und die sich nur durch totale Überwachung beenden ließ. Damit werden aber auch gleich uralte Fragen wieder aufgeworfen: was passiert, wenn Cäsar seine Macht nicht mehr abgibt? Öhm, halt, das wissen wir ja, was da passierte. Wie würde es bei Batman aussehen? Er löst das immerhin temporär, den Schritt auf die dunkle Seite hatte er aber schon vollzogen, da er seine Überwachung ohne die geeignete Legitimation ausführte. Er wird zum dunklen Ritter. Es ist also nicht nur eine Auseinandersetzung zwischen Batman und dem Joker, es ist auch eine Auseinandersetzung um die Erhaltung der Freiheit und der Rechte eines jeden in Zeiten der Krise und des Krieges. Der Film ist für mich deshalb wegen der Umsetzung der Thematik eine einzige große Grauzone mit Tendenz ins Schwarze und nur wenigen Lichtblicken. Danke da auch für das passende düstere Ende und dass es kein Tom-Cruise-Strahlemann-Ende wie in Krieg der Welten gab.

Darstellerisch ist der Joker natürlich erste Sahne, der Humor ist so dermaßen herb, das ist schon eine neue Dimension. Einige Szenen bleiben mir definitiv in Erinnerung: schon der Anfang “Du sollst mich töten?” – “Nein, ich muss den Busfahrer töten.”, die erste richtige Einführung mit dem bizarren Lachen und dem “Bleistift-Zaubertrick” oder der Gang aus dem Krankenhaus in dem Schwesternkittel mit dem Versuch, den Sprengstoffauslöser mehrmals zu drücken. Irre! Eigentlich wenig komisch, aber sehr herb. Heath Ledger stellt ihn ja nicht einfach als unlogischen, irren Superschurken dar, sondern er gibt ihm auch noch einen tölpelhaften Aspekt, so dass ihm nicht jede Kleinigkeit sofort gelingt. Das ist schon ganz groß und da steht dann als nächstes Harvey Dent auf Platz 2 der interessantesten Figuren im Film.

Insgesamt hätte ich mir persönlich doch einen Tick mehr erhofft, schiebe das aber auf den Hype, dem ich wohl dann doch etwas erlegen war und der entsprechende Erwartungen schürte. Zuerst bin ich sogar eher ernüchtert aus dem Kino gegangen, aber je länger der Film gesackt ist, umso beeindruckender empfand ich ihn schließlich. Ich bin ansonsten kein Batman-Fan, auch eher weniger ein Comic- und Comicverfilmung-Fan (Spiderman war nicht schlecht) und ich mag auch die alten Batman-Filme nicht. Batman Begins, den ersten Film von Christopher Nolan und Christian Bale als Batman, habe ich erst vor wenigen Monten ohne jegliche Erwartungen gesehen und war durchaus angetan. Das hat natürlich mein Interesse für The Dark Knight geweckt, der schließlich ganz großartig wurde. Hoffentlich gibt es einen dritten Teil und mehr solch grandioses Blockbuster-Kino.

Speed Racer

Und noch einen Film habe ich im Mai gesehen, über den es sich durchaus lohnt, ein paar Worte zu verlieren. Speed Racer ist das neue Vehikel der Wachowski-Brüder und damit schon mal potentiell auf meinem Radar aufgetaucht. Der Film zeigt zwar nicht alle Qualitäten der Wachowskis, jedenfalls das was ich als deren Qualitäten ausmachen würde, taugt aber schon für einen Filmabend wenn man dem knallbunten Thema nicht gänzlich abgeneigt ist. En detail dazu nach dem Bild.

Speed Racer

Stilistisch haben es die Wachowski-Brüder einfach drauf, das haben sie mit ihrer Matrix-Trilogie fulminant unter Beweis gestellt und hier hält sich auch Speed Racer nicht zurück. Es ist eine knallbunte, farbenfrohe Gute-Laune-Spielzeugwelt, in welcher der Film spielt. Keine Wunder, basiert das ganze Geschehen doch auf komplett fiktiven Rennautos und frei erfundenen Rennstrecken, auf denen sich die zahlreichen Gegner mit ihren Spezialvehikeln duellieren. Dabei geht es selten friedlich zu, die Kontrahenten arbeiten zum Teil in Teams zusammen, rempeln was das Zeug hält und fahren schon mal die eine oder andere Spezialwaffe aus ihren Autos aus, um andere Mitstreiter aus dem Rennen zu kicken – im wahrsten Sinne des Wortes. Sämtliche Autorennen, die es dabei im Film gibt, stammen vollständig aus dem Rechner und werden als auf Hochglanz polierte CGIs präsentiert. Bunte Farben tragen dazu bei, dass sich die einzelnen Autos und Teams vom Zuschauer unterscheiden lassen, was auch zwingend notwendig ist, denn die Rennen, welche das Actionpendant darstellen sollen, sind extrem rasant geschnitten. Dagegen dürfte sogar die Wackelkamera in Cloverfield harmlos wirken. Wobei es hier wohlgemerkt der Schnitt und nicht das Wackeln der Kamera ist. Denn wenn Autos aneinanderprallen, auf nur zwei Rädern fahren oder fulminante Sprünge über andere Wagen fabrizieren – ja, auch das können die Racer in diesem Film und das ist noch eine recht harmlose Fähigkeit – dann wird das nur selten vollständig gezeigt, meistens sogar nach der Hälfte des Sprungs schon abgebrochen. Explosionen oder auch Ausweichmanöver werden ebenfalls selten vollständig gezeigt. Viele dieser Aufnahmen dauern deshalb nur rund eine gefühlte halbe Sekunde, vielleicht sogar weniger, kaum aber mehr. Denkt man sich nun noch die extremen Geschwindigkeiten der Fahrzeuge – die Formel 1 kann hier getrost zu Hause bleiben – hinzu, bekommt man annähernd eine Ahnung wie schnell das Geschehen in den Rennsequenzen abläuft. Nicht nur dass die Rennen so rasant ablaufen, es gibt scheinbar auch keine Regeln und Gesetze – vor allem das Gesetz der Schwerkraft spielt in diesem Film kaum eine Rolle. Und es macht durchaus Spaß, dabei zuzusehen, das hat einfach was.

So knallig bunt wie sich die Rennen präsentieren, zeigt sich auch die restliche Welt, die wie die Stadt oder größere Landschaftsaufnahmen ebenfalls komplett aus dem Rechner stammen und auch problemlos als CGI-Konstrukte zu erkennen sind. Sicherlich eine bewußte Entscheidung der Wachowskis, stilistisch bleibt der Film konsequent. Ist dies die eine Qualität, die ich an den Wachowskis festschreiben würde, bleibt eine andere Qualität, welche die Brüder bisher im ersten Matrix-Film und auch als Autoren von V wie Vendetta gezeigt haben, etwas zurück. Speed Racer startet etwas verhalten und braucht eine kleine Weile, ehe der Film wirklich in Fahrt kommt. Es passiert nicht wirklich viel und der Humor, der mit fortschreitendem Verlauf immer reichlicher wird, wirkt anfangs noch etwas arg kitschig und platt. Das liegt an der Handlung, die eher klassisch daher kommt. Eine im übertragenen Sinne eher kleine Rennfahrerfamilie gerät nämlich in Konflikt mit einem großen Autoindustrie-Mogul, einem von vielen, die ihrerseits Rennställe stellen und natürlich zwingend die Rennen gewinnen wollen. Dabei zählen für die Großindustriellen nicht nur Imageaufbesserungen, sondern auch satte Wertsteigerungen der eigenen Aktien, die sie erhalten, wenn ihr jeweiliger Rennfahrer die Meisterschaft gewinnt. Und dafür manipulieren sie hinter den Kulissen der Rennen was das Zeug hält. Besagte Rennfahrerfamilie um John Goodman als Vater und Autokonstrukteur, Susan Sarandon als Mutter, den eher unbekannten Emile Hirsch als hoch talentierten Rennfahrer Speed und Sohn der beiden (quasi die Hauptrolle des Films), Christina Ricci als dessen Freundin, Matthew Fox (Losts Jack) als todgeglaubter älterer Bruder Speeds und ein jüngerer Bruder als kindlich-witziger Sidekick mit einem Schimpansen als besten Freund weigert sich nun in die Dienste des Moguls zu treten. Nicht zuletzt deshalb weil der vermeintliche Tod des Ältesten ein Trauma im Familienleben hinterlassen hat, da dieser sich in seiner Zeit den Avancen der Mogule widersetzt hat und von deren dunklen Machenschaften ahnte. Ohne Beweise allerdings waren ihm die Hände gebunden. Speed nun wiederum bekommt bei seiner Ablehnung des Angebots das dunkle Gesicht des Moguls zu sehen. Wie sich herausstellt, sind nämlich so ziemlich alle Rennen in der Vergangenheit durch die Industriellen tatsächlich manipuliert gewesen. Speed beginnt nun nach einer Auseinandersetzung mit seinem Vater mit dem geheimnisvollen Racer X zusammen zu arbeiten und lehnt sich gegen die abgesprochenen Rennen auf.

Das ist im Grunde die ganz klassische Handlung, in der sich ein talentierter aber gegen die Machenschaften der “Großen” theoretisch chancenlose Rennfahrer auflehnt, seinen Idealismus bewahrt und den angestellten Rennfahrern der großen Rennställe zeigt, wo der Bartel den Most holt. Und schließlich gewinnt er natürlich und Ehre und Gerechtigkeit sind im Rennsport wieder hergestellt. Soweit so gut und eher wenig originell. Mir fehlt hierbei etwas die Kritik an den bestehenden Verhältnissen unserer Welt, wie es die Wachowskis bisher in Matrix und V wie Vendetta gezeigt haben. Matrix halte ich ja nicht nur deshalb so brillant, weil er eine originelle Handlung auf die Leinwand zimmert und phänomenale Actionsequenzen zeigt, sondern auch weil dem Film neben einer philosophischen Schicht auch eine systemkritische Schicht unterlegt wurde. Die Frage, die sich der geneigte Zuschauer stellen konnte, ist natürlich nicht die, ob wir auch in einer Matrix leben. Diese lässt sich nun wirklich ganz leicht beantworten: natürlich nicht. Es gibt auch keinen Weihnachtsmann, keine Geister und Monster. So! Die Frage ist vielmehr, ob wir genauso in Fesseln liegen und ausgebeutet werden und es nur noch nicht gemerkt haben, so wie es den Menschen in der Matrix passiert. Das ist eine subtile Kritik an unserem sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen System, die Matrix in diversen Dialogen immer wieder artikuliert. In V wie Vendetta ist die Kritik offensichtlicher, die Darstellung eines faschistoiden Staates mit unserer bekannten westlichen Prägung kommt beinahe mit dem Holzhammer, verfehlt seine Wirkung deshalb aber genauso wenig wie einmal mit dem Hammer neben den Nagel zu hauen. Diese Qualitätskomponente fehlt mir allerdings ein kleinwenig in Speed Racer, zu bekannt ist die Storystruktur, zu freundlich-bunt ist die Filmwelt und zu slapstickhaft kommt gerade in der zweiten Hälfte das Kind mit dem Schimpansen und gelegentlich auch John Goodman mit einer Humoreinlage daher. Zwar ließen sich die Manipulationsmachenschaften der Autoindustrie im Film als eine versteckte Kritik am kommerzialisierten Sport unserer Wirklichkeit interpretieren, aber zu dominant steht dem der Idealismus und das Streben des homo novus gegenüber. Deshalb verwehre ich dem Film auch meine höchste Anerkennung, auch wenn er deshalb immer noch ein sehenswertes Spektakel ist. Denn der klassische Ansatz der Handlung, eine Reihe kleinerer dramatischer Konflikte und der Humor funktionieren ja, sind eben nur nichts besonderes. Gerade über den Jungen und den Schimpansen habe ich mich in der zweiten Hälfte des Films bald weggeschmissen.

Audiovisuell ist der Film wirklich gut, Michael Giacchino liefert wie üblich einen hörenswerten Soundtrack ab und einzelne Songs von anderen Interpreten haben durchaus Ohrwurm-Qualitäten. Spaß macht der Film, sehenswert ist er, da er in Babelsberg gedreht wurde, kommen sogar einige deutsche Schauspielergesichter vor – obwohl ich lieber versuche, alle deutschen Filme, die ich jemals gesehen habe, aus meinem Gedächtnis zu verbannen – , eine Fortsetzung muss aber nicht unbedingt sein. Ich kämpfe aber noch ein wenig mit mir, ob ich mir nicht doch die DVD mal zulegen werde.

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Der neue Indiana Jones-Film war sicherlich der am sehnsüchtigsten von mir erwartete Kinofilm in diesem Jahr, gesehen habe ich ihn dann auch schon vor rund einem Monat am Starttag. Das konnte ich mir als alter Indy-Fan natürlich nicht nehmen, schließlich bin ich anno dazumal zuerst ein kleiner Indy-Fan und danach ein kleiner Star Wars-Addict geworden. Allerdings war ich wiederum zu klein, um Indiana Jones noch auf der großen Leinwand erlebt zu haben, weshalb ich ganz froh darüber bin, heutzutage einmal diese Erfahrung gemacht zu haben. Details zu all dem folgen unter dem Bild, wo ich rücksichtsvollerweise auch auf die Handlung und besonders mit auf das Ende eingehe.

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Meinen Fantum löste damals der Film Der letzte Kreuzzug aus, erst einige Zeit später habe ich Jäger des verlorenen Schatzes und Tempel des Todes in den damals geschnittenen Fernsehausstrahlungen gesehen. Der letzte Kreuzzug halte ich allerdings bis heute für einen spannenden, gehaltvollen, actionreichen, mit Metaphern vollgestopften und selbstironischen Film, dass es jedes mal wieder eine Freude ist, wenn ich den Film sehe. Das Duo Connery und Ford haut sich gegenseitig so die Taschen voll, dass es ein, ähm, ein wahres Fest der Dialogkunst ist. Das Geniale daran ist in meinen Augen, dass sich der Film durch seine Selbstironie gerade nicht selbst demontiert und immer noch recht ernst nimmt, wie das bei so vielen späteren Actionfilmen nicht mehr der Fall ist, weil sie immer alle etwas mehr bieten müssen und dabei haltlos übertreiben.

In diesem Zeitalter ist nun auch Indiana Jones angekommen – und er mischt auf dieser Schiene kräftig mit. Dass man mit der Übertreibung einer Übertreibung arbeitet und das inzwischen am besten noch mal übertreibt, bar jeglicher Glaubwürdigkeit, muss allerdings nicht unbedingt etwas schlechtes sein. Die Frage ist einfach, ob man sich darauf einlässt und Spaß an aber-aber-aberwitzigen Situationen findet, die zwar so in einem Film stattfinden können, niemals aber in der realen Welt. Fängt man an mit dem Kopf zu schütteln, wenn unsere Protagonisten gleich dreimal hintereinander Wasserfälle herunterfallen und dabei keine Schramme abbekommen, dann hat man als Zuschauer schon verloren und der Film hat einen besiegt. Stolpert Indy in Der letzte Kreuzzug im Grunde von einer tollpatschigen Situation in die nächste und löst diese mit Improvisation, einer gehörigen Portion Frechheit (“Diese Amerikaner…”) und hin und wieder auch mit einer genialen Idee, so sind es in Das Königreich des Kristallschädels eher unmögliche Situationen aus denen Indy sich mit zum Teil unmöglichen Mitteln wieder herauslaviert. Bestes Beispiel dafür ist der Flug im Kühlschrank, indem sich Indy vor dem Atompilz schützen will. Dass solche Szenen funktionieren hat dabei nicht nur etwas mit der audiovisuell beeindruckenden Präsentation zu tun, sondern auch damit, dass der Film diesmal im Grunde von Anfang an eine Parodie ist, die nach solchen Szenen verlangt. Dann erübrigt sich auch ein kleinwenig die Frage, warum die Sprengung der Atombombe überhaupt im Film ist, denn für die Handlung hat sie keinerlei Bedeutung und dient damit nur als reines eye candy.

Es sollte deshalb auch nicht der Fehler gemacht werden, Indy für einen alten Mann zu halten. Er ist sieht kaum älter aus als in Teil 3 und ist locker so agil und schlagkräftig, wie eben in diesem Film. Außerdem ist es wirklich gut, den Kopf abzuschalten und sich die Murmel voll Popcorn zu stopfen, damit sich kein graues Zellchen mehr regen kann. Für einen guten Kino-/DVD-Abend taugt der 5. Teil allemal, ich persönlich fand ihn allerdings dann doch nicht ganz so gut, wie Der letzte Kreuzzug. An das Duo Connery und Ford kommen Shia und Harrison einfach nicht ganz ran, dementsprechend fehlt auch etwas der Witz. Was aber nicht heißt, dass es nicht den einen oder anderen wirklich herzhaften Lacher gibt. Der Junge ist gut, passt zu Indy und nervt nicht. Anfangs dachte ich sogar noch, dass er Harrison Ford die Show stiehlt, aber der spielt im Laufe des Films als Indy immer besser auf. Trotzdem, dieser Film ist nicht ganz so komödiantisch unterlegt, weil es hier nicht am laufenden Band Sprüche und tollpatschige Situationen gibt.

Über die Handlung brauche ich kaum Worte zu verlieren, denn die macht nicht wirklich Sinn, wenngleich der Mythos, um den es geht, sehr interessant ist. Das Ende hat mir gefallen, aber ich bin mir sicher, dass es die Geister scheidet. Dass da eine fliegende Untertasse drin steckt ist eine nette Idee und dient als Anspielung auf die Kinofilme Hollywoods über Außerirdische aus den 1950er Jahren. Was ich vorher aber nicht verstanden habe ist, wieso schon alle anderen 12 Kristallschädel im Palast der Ewigkeit waren. Was war es denn sonst, was die Russen am Anfang in dem Lagerhaus gesucht haben? Der dreizehnte Schädel kann es jedenfalls nicht sein, der war ja im Grab des spanischen Konquistador in Peru.

Gelungen sind alle Actionszenen, alles ist wie eingangs gesagt komplett over the top, die eine oder andere Szene vielleicht etwas zu sehr, um selbst im Rahmen des Films noch glaubwürdig zu sein. Wenn da viel CGI drin stecken sollte, dann sieht es jedenfalls nicht so auffällig aus, wie in den neuen Star Wars-Filmen, ganz im Gegenteil macht vieles einen recht handgemachten, also realen Eindruck. Trotzdem auch hier: wirklich im Gedächtnis bleiben wird mir wohl keine Actionszene. Glücklicherweise wirkt der Film in dieser Hinsicht auch nicht überfrachtet, sondern ist sehr ausgewogen. Alle Action ist mindestens so gut, wie in den ersten drei Filmen und wird regelmäßig von den Szenen unterbrochen, welche die Handlung voranbringen. Erstaunlich finde ich allenfalls, dass es sehr viele Szenenwechsel und sehr viele Orte gibt, in denen der Film stattfindet. Damit basiert dieser Film im Grunde auch auf den Episodenformaten, die das amerikanische Abenteuer-Kino in den 1930er Jahre produziert hat und an denen sich schon die ersten drei Indiana Jones-Filme orientiert haben.

Sehr gut haben mir die Einordnung in die 1950er Jahre gefallen, sowie die zahlreichen Reminiszenzen an die alten drei Filme. Es gibt sogar eine Anspielung auf die Young Indy-Serie. Die Einordnung des Films, genauer gesagt die Parodie sowohl auf diese Dekade als auch die zeitgenössischen Themen in der amerikanischen Schundliteratur bzw. der pulp fiction und den pulp serials sind es dabei, die für mich den Film herausreißen und das Ende mit dem UFO bzw. die Erklärung um außerdimensionale Wesen glaubwürdig machen. Waren die jeweiligen Aufhänger der alten Filme (Bundeslade, Sankara-Steine, Gral) okkulte und religiöse Objekte, welche die beherrschenden Themen aus den pulp serials der 1930er Jahre repräsentierten und die damals ihre Faszination entfalteten, sind es in den 1950er Jahren die prominenten pulp-Themen um Paranoia vor roten Agenten, übernatürlichen Kräften und einer gewissen UFO-Hysterie, für die der Kristallschädel als McGuffin dient. Indy macht zum anderen den Sprung in die Ära McCarthys und frotzelt schon mal über den Pauschalverdacht der eigenen Leute, ein feindlicher Agent zu sein oder erlebt die Enttarnung seines Freundes als Dreifachagenten mit. Hier steckt, wie schon in den ersten drei Filmen, also mehr dahinter, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Nicht zuletzt wird Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels auch deshalb eine Parodie, weil sich der Film im Gegensatz zu den pulp serials und natürlich zu den realen Gegebenheiten des Kalten Krieges keine Sekunde ernst nimmt. So pendelt der Film vom anfänglichen Agenten-Thriller über den zwischenzeitlichen Abenteuerfilm hin zu einem Showdown im Science-Fiction-Bereich, inklusive Killerameisen und außerirdischen Relikten.

Es gibt Kleinigkeiten, an denen man rummäkeln könnte. Außer dem Raiders March dudelt der Soundtrack nur vor sich hin. Der Junge als Tarzan-Verschnitt ist reichlich peinlich. Die deutsche Synchronisation ruiniert definitiv ein paar Witze, weil einfach die Betonung falsch ist, jedenfalls nach den Schnipseln im Trailer zu urteilen. Wird Zeit, dass hiesige Kinos die Filme endlich auch regelmäßig in Originalsprache zeigen.

Insgesamt hat mir der Film gefallen und ich würde jedenfalls gerne weitere Indy-Filme sehen, auch mit dem Jungen. Dass Indy ihm an Ende den Filzhut wieder wegnimmt, kann dabei durchaus als Anspielung verstanden werden auf das was da noch kommen mag.

Film gesucht

Diesmal ist es kein Rätsel, denn ich suche tatsächlich einen Film, den ich vor rund 15 Jahren mal gesehen habe und an den ich mich nur sehr dunkel an einige Szenen erinnern kann. Was mir fehlt ist der Titel dieses Films, denn ich würde ihn mir gerne mal wieder anschauen. Also, dieser Film ist einer der asiatischen Kung Fu-Filme, die man heute vor allem von Jackie Chan kennt, früher auch von Bruce Lee. Irgendwann in den Jahren von 1991 bis 1994 habe ich diesen Film damals auf einem der öffentlich-rechtlichen Sender gesehen, genau genommen eine Video-Aufnahme des Films, da er bestimmt spät am Abend lief. Es kann nur einer der öffentlich-rechtlichen Sender gewesen sein, den mehr Programme konnten wir damals nicht empfangen. Dunkel erinnere ich mich, dass es ein eher spaßiger Kung Fu-Film war. Am Anfang spielt eine riesige Horde junger Männer um so eine Art Ball und muss diesen auf ein Holzgerüst bringen. Dabei rennen die Massen auf dem Platz immer um dieses Holzgerüst herum. Eine andere Szene ist ebenfalls ein Spiel auf einem sehr kleinen Feld mit hier aber nur ungefähr sechs oder acht Mitspielern. Hierbei spielen sie um eine Art Ball mit Federn, der ins gegnerische Tor muss. Ich weiß noch, dass einer der Hauptprotagonisten schon gelangweilt auf dem Boden saß, weil er das Spiel verloren glaubte. Im letzten Moment kommt aber der “Ball” auf ihn zu und er kann noch ein Tor schießen, was seiner unterlegenen Mannschaft zum Sieg verhilft. Später nimmt der Film dann durchaus noch ernste Züge an, aber ich weiß nicht mehr wieso.

Lange Zeit dachte ich, dieser Film, der mir über die Jahre immer mal wieder in den Sinn kam, ist der Jackie Chan-Film Drunken Master von 1978. Der ist es aber nicht, da ich ihn vor einigen Tagen gesehen habe und betreffende Szenen nicht darin vorkamen. Drunken Master II ist es auch nicht, den ich übrigens für den besten Jackie Chan-Film halte. Also, vielleicht kann mir jemand der werten Leserschaft weiterhelfen, erinnert sich an den Film, den ich suche, und mir sagen, wie dieser heißt. Mein unendlicher Dank wäre dafür garantiert.

Rätselspielchen

Also gut, Ratespielchen heute: wer kann mir die beiden Schauspieler benennen und aus welchen Filmen sind selbige?

Ich kenne natürlich die Antwort und werde die Richtigkeit bestätigen, sobald es jemand in den Kommentaren richtig hat.

Cloverfield

Cloverfield hinterlässt Eindruck. Zwiespältigen, wirklich fantastischen Eindruck auf der einen Seite aber auch etwas unwilligen auf der anderen Seite. Sicherlich ist der Film nicht für jedermann und persönlich bin ich auch hin und her gerissen zwischen “absolut genial” und “dies und jenes ist aber mal richtig blöde”. Keine Empfehlung per se also von mir aus, aber anders als in I am Legend, der im letzten Drittel einbricht, war ich die meiste Zeit doch so richtig in dem Film drin.

Cloverfield

Markantestes Merkmal Cloverfields ist natürlich die Kameraperspektive, da alles mit einer einzigen Filmkamera, einem heimüblichen Camcorder, gefilmt wurde, den einer der Protagonisten mit sich schleppt. Jedenfalls ist es das, was uns der Film glauben macht und ein paar mal merkt man dann schon, dass Hudson das Gerät bewusst mit sich schleppt und laufen lässt, es aber eher so wirken soll, dass er gar nicht mehr an die Kamera denkt und sie einfach in der Hand hält. Aber es funktioniert, irgendwie. Denn ebenfalls anders als in Blair Witch Project steckt hinter dem dadurch bedingten “Kameragewackel” doch so etwas wie ein Film. Der ist wiederum schnell erzählt (Monster trampelt durch Manhattan, Leute versuchen zu entkommen), weshalb ich mir das gleich spare. Anders als in Mission: Impossible 3 oder Transformers ist hier jede Kameraposition schlüssig und der “Dokumentarfilmer” “hängt” nicht irgendwo in der Luft. Außerdem ist es kein künstliches, nachträglich eingefügtes Shaking wie bei den anderen Filmen. Die Konzentration auf diese eine Kamera, die einer der Protagonisten mit sich führt, bringt lediglich einen subjektiven Blick auf die Extremsituation, in die ganz normale Menschen plötzlich geworfen werden. Ohne diese Grundsatzentscheidung würde der Film sicherlich nicht funktionieren, da hätte die ganze Geschichte anders erzählt werden müssen, ohne Zweifel gäbe es mehr unmögliches Technobabble über Aliens/Mutanten/Dinosaurier/Monster, New York wäre einmal mehr orgiastisch in Schutt und Asche gelegt worden und irgendein Deus ex Machina würde das Problem lösen und die Menschheit retten. Bloß gut, dass es kein solches langweiliges Emmerich-Versatzstück geworden ist. Ein paar mal habe ich mir zwar auch gewünscht “Zeig das Monster, zeig das Monster. Dreh die Kamera nach links! LINKS!!”, aber das zeigt mir erst, wie ich in dem Film bisweilen drin war.

Verantwortlich für die Entscheidung zur Kameraführung zeichnet sich der Regisseur Matt Reeves, der Serienfans schon als Erfinder (zusammen mit J.J. Abrams) der Serie Felicity bekannt sein könnte. Abrams selbst hat nicht zuletzt Cloverfield mittels seiner Produktionsfirma Bad Robots produziert.

Als Katastrophenfilm, der in New York spielt, macht Cloverfield außerdem so einiges besser als zuletzt I am Legend. Zwischendrin liegen in Cloverfield eine Reihe von höchst beeindruckende Szenen, nichts verstörendes, aber ein paar mal fühlt man sich wirklich mittendrin. Das wird vor allem durch die fantastische Soundkulisse unterstrichen. Cloverfield wischt hier mit I am Legend locker den Boden auf, aber hallo, mich hätte es am Ende beinahe aus dem Kinosessel geschmissen. Auch sonst sind da wie gesagt eine Reihe beeindruckender Szenen. Als die Gruppe zwischen die Fronten des Militärs gerät, dabei noch ein Kettenfahrzeug schießend vorbei rasselt und sie Schutz unter Autos suchen, das wirkt schon eine Nummer krasser. Oder die Szene als der Monster ein Kettenfahrzeug platt trampelt und nur der Fuß des Viehs zu sehen war. Auch das Bombardement aus dem Stealthfighter war eine deftige Sache im Film, für mich ein doch beeindruckender Anblick. All das ist durch diese geniale Soundkulisse unterstrichen.

Lediglich dieses unglaublich leere Geschwätz der Figuren ging mir von Anfang bis Ende schwer auf den Senkel. Selbst in einer solchen Situation wirkt das regelmäßig nicht sonderlich intelligent. Hier hilft nur, wegzuhören und sich auf die restlichen Geräusche zu konzentrieren. Dementsprechend hat mir auch das Ende, welches nach 80 Minuten schon da ist, nicht zugesagt. Allerdings bin ich nach dem Abspann doch auf eine Fortsetzung gespannt. Wer nicht mitbekommen hat, was ich meine, der schaue sich einfach noch einmal den Schluss des Abspanns an:


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Best of 2007

Ja, ne, jetzt lasse ich einfach mal so meine total gewöhnliche und schnöde Best of-Meinungen im medialen Bereich los und schöpfe meine überquellenden Gedanken der Denkmaschine an dieser Stelle ab. Irgendwo wird das sicherlich ein Spagat zwischen einer einfachen Liste, die die Welt nicht braucht, und simplen Nennungen von den Sachen, die mir dieses Jahr gefallen haben. Ohne das großartig auszuufern werde ich einfach mal sehen, was mir zu den jeweiligen Dingen einfällt. Natürlich geht’s um Filme, Serien, PC-Spiele, Musik und Bücher, wobei vermutlich letztere beiden Sachen gleich unter den Tisch fallen werden, da ich dort kaum was aktuelles gehört oder gelesen habe und mich nur mit älteren Dingen befasst habe. Viel ist es unter den aktuellen, diesjährigen Sachen sowieso nicht, denn wie üblich würde ich gerne öfters ins Kino gehen, mehr lesen oder mehr spielen. Aber so nebenbei ist da ja auch noch ein Leben zu führen, über dass ich mich an dieser Stelle aber nicht auslassen werde, da das nicht meine Art ist. So!

Film des Jahres

Ist für mich Transformers. So sinnlos Michael Bay-Filme sind, mir machen sie einfach Spaß. Fluch der Karibik 3 hat mir ansonsten noch ganz gut gefallen, beim Rest des Jahres ist das Bedürfnis allerdings nicht vorhanden, den Film noch mal anzuschauen. Gerne noch gesehen hätte ich Death Proof und Planet Terror, das muss ich mir nun für die DVD aufheben.

Im nächsten Jahr freue ich mich vor allem auf I am Legend mit Will Smith, Cloverfield (New York wird mal wieder platt getrampelt) und natürlich den neuen Star Trek-Film von J.J. Abrams. Mal sehen, was das Jahr noch bieten wird.

Serienstarts des Jahres

Mit drei Serien gibt es diesmal richtig viele gute neue Sachen für mich. Chuck, Pushing Daisies und Californication sind die Neuzugänge, an denen ich dran geblieben bin. Alle drei Serien sind großartige Mischungen aus Drama und Comedy, niemals aufgesetzt (trotz der bunten Welt von Pushing Daisies) und alles herzallerliebst umgesetzt. In allen drei Fällen kann ich die DVD-Veröffentlichungen eigentlich kaum erwarten.

Nächstes Jahr freue ich mich übrigens auf die neue Serie Fringe, ebenfalls von Abrams entwickelt.

Serie des Jahres

Bleibt für mich aber Lost, dicht gefolgt von Battlestar Galactica. Obwohl beide Serien mit ihrer jeweils dritten Season heftige Kritik einstecken mussten, empfinde ich persönlich die Qualität als gewohnt gut und auf demselben hohen Niveau wie die jeweils vorangegangenen beiden Seasons. Wenn ich aber Serien nennen müsste, welche dieses Jahr am meisten Eindruck bei mir hinterlassen haben, dann müsste ich Star Trek – Next Generation und The Unit nennen (siehe Seriencheck Teile IV und V). Letzteres ist ein wahres Kleinod geworden. Star Trek hatte mich dagegen zeitweise so in den Bann gezogen, dass ich mir hier gleich noch alle neuen Filme ausgeliehen hatte und zwei Hintergrundbücher verschlungen habe, bzw. noch verschlinge. Ich schaue mal, ob ich die Rezensionen zu den Büchern Star Trek 40 Jahre von Thomas Höhl und Mike Hillenbrand (welches ich etwas kritischer sehe) und Das Phänomen Star Trek – Virtuelle Räume und metaphorische Weiten von Andreas Rauscher hinbekomme. Letzteres ist in meinen Augen eine brillante philosophische Untersuchung der Next Generation-Serie und teilweise auch von Deep Space Nine. Kein Wunder, hat der gute Mann mit dieser Dissertation doch seinen Doktorgrad erlangt. Es ist nicht ganz leicht zu lesen, aber wer sich auch nur ein kleinwenig im geisteswissenschaftlichen Bereich auskennt und Star Trek mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

Spiel des Jahres

Nun gut, den neuen Rechner habe ich erst seit rund zwei Wochen, viel konnte ich also noch gar nicht spielen. Nach drei Jahren von größtenteils Abstinenz macht es mir aber wieder Spaß, in eben solche virtuellen Welten einzutauchen und eine Geschichte selbst zu erleben. Bisweilen empfinde ich ein Half-Life 2 – Episode 2, ein Crysis oder ein Bioshock als ein beeindruckenderes Erlebnis, als so manchen hochkarätigen Kinofilm. Da ich bisher nur zu Crysis und HL2 – Episode 2 ein abschließendes Urteil fällen kann, sind diese Spiele dann auch meine Spieles des Jahres. Crysis hat eine richtig tolle Optik und zieht daraus sicherlich den größten Reiz. Und obwohl ich im letzten Eintrag schrieb, dass die Inszenierung der Story ganz banal ist, mausert sie sich im Verlauf des Spiels doch zu einem ganz spannenden Stück. Atmosphärisch wird das Spiel einwandfrei, es folgen nach den Anfangskämpfen allein im Dschungel gegen Koreaner eine größere Panzerschlacht mit kombinierten Infanterieangriffen, ein Schwerelosigkeits-Level im optisch fantastisch aussehenden Alien-Schiff (wobei über den Spaßgehalt von Schwerelosigkeit gestritten werden darf) und anschließend die Winterlandschaft und die Flucht von der Insel. Das ist schon sehr cool gemacht, wenn auch das Spiel deutlich zu kurz ist, nicht mal halb so lang wie Far Cry seinerzeit. Auf einem 24 Zoll-Widescreen-Monitor zu spielen ist sowieso toll und intensiviert das Spielerlebnis sicherlich noch mal um einiges.

Apropos Far Cry, welches ich nun auf dem neuen Rechner mal in voller Pracht genießen kann. Ja, ich finde sehr, dass das Spiel aufgrund der mittlerweile veralteten Grafik massiv an Atmosphäre verloren hat. Ich quäle mich da durch und überlege mir schon eine Weile, es sein zu lassen. Dabei bin ich gerade erst auf die ersten Trigens getroffen, die ich allerdings damals schon nervig fand. Die Aussicht, dass mir noch jede Menge In-Door-Missionen und Lagerhallen mit Kisten bevorstehen, beflügelt mein Bedürfnis auf dieses Spiel nicht gerade. Aber das ist offenbar die Krux dieser kaum ein paar Jahre alten Ego-Shooter: damals toll, wegen der Optik, heute olle, wegen der veralteten Optik. Da weiß ich schon, was in ein paar Jahren mit Crysis geschieht… Unter den alten Ego-Shootern habe ich noch Doom 3 und Half-Life 2 angespielt. Doom 3 versprüht noch so einiges an Grusel-Atmosphäre, nervt aber durch ewig lange und immer gleiche Level. Durch Half-Life 2 bin ich dagegen wieder komplett durchgerauscht, habe gleich Episode 1 und 2 dran angeschlossen und bin immer noch über die großartige Abwechslung des Spiels begeistert, die sich so auch in den beiden Episoden vorsetzt. Was mir an den Episoden besonders gut gefallen hat, ist, dass es in beiden Episoden jeweils mehr Story gibt, als in Half-Life 2 überhaupt. Mit Alyx als Begleiterin hat man aber auch jemanden, der immer wieder was erzählt.

Worauf freue ich mich nächstes Jahr? Abgesehen davon, dass ich eine Menge aufzuholen habe (u.a. Call of Duty, Fear, Quake 4, Prey, Stalker, Enemy Territory: Quake Wars, Gears of War, Darkstar One, Psychonauts, Geheimakte Tunguska, Jade Empire, Command & Conquer 3), staht da Jagged Alliance 3, Assassins Creed (da wird sich mein XBox360-Gamepad mal wieder freuen) und natürlich Starcraft 2, falls es mit letzterem nächstes Jahr überhaupt was wird. Soviel scheint es da ansonsten gar nicht zu geben und mir wird irgendwie erst jetzt, nachdem ich mich ein wenig damit beschäftigt habe, bewusst, in welcher Krise die PC-Spielelandschaft steckt. Denn nur einen Bruchteil der hier genannten Titel würde ich als echte Highlights bezeichnen, die auch Charme ausstrahlen, etwas eigenes bieten und das oben erwähnte intensive Erlebnis auch wirklich umsetzen können. Aber wir wissen doch zum Beispiel alle, dass Bioshock keine inoffizielle Fortsetzung der System Shock-Spiele, sondern nur ein reinrassiger Shooter mit einer originellen Umgebung ist.

Musik-CD des Jahres

Nur eine aktuelle CD gehört, und das war der Soundtrack zur dritten Staffel von Battlestar Galactica. Da ich Musik aber nicht beschreiben kann, lasse ich hier keine großen Worte vom Stapel. Wer die ersten drei CDs kennt, wird sich sofort heimisch fühlen, denn diese CD schließt sich diesen nahtlos an. Genial ist natürlich die Coverversion von All Along the Watchtower und das vorherige, einleitende Stück Heeding the Call, das ruhig auf der CD genauso lang hätte sein dürfen, wie im Finale (also fast eine Viertelstunde lang). Für mich ist der BSG-Soundtrack einer der besten der letzten Jahre, vielleicht sogar der beste Serien-Soundtrack, der jemals geschrieben wurde. Die neue Ärzte-CD habe ich noch gehört, hat mir aber nicht gefallen. Ansonsten sind da nur jede Menge alte Sachen (u.a. B.B. King & Eric Clapton, Freestylers, Patsy Cline, Etta James, No Doubt, R.E.M. oder Julie London).

Buch des Jahres

Gibt’s nicht. Von den aktuelleren Sachen berichte ich ja hier nur noch über die Star Wars-Bücher, die ich aber zunehmend langweilig und öde finde. Zur Zeit quäle ich mich durch Death Star und finde da einfach keinen rechten Faden. Über die Masse meines Lesestoffs berichte ich ansonsten hier ja gar nicht, da das alles keine aktuellen Bücher sind, sondern diese schon einige Jahre auf dem Buckel habe. Alice im Wunderland habe ich dieses Jahr beispielsweise gelesen, erstmals habe ich mich mit Stephen King und Charles Dickens befasst, die ich verstärkt im nächsten Jahr lesen will. Ein spannendes Buch über die Besteigung des Mount Everest war da noch dabei. Und dann sind da noch zahlreiche Sachbücher, die mir immer wieder in die Finger kommen.

Und weil ich jetzt nicht weiß, wie ich die Kurve kriegen solle, hacke ich den Eintrag hier einfach konsequent ab und wünsche allen Lesern an dieser Stelle einen guten Rutsch (rutscht nicht aus!) ins neue Jahr.