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Star Trek

Ui, lange Zeit ist hier nichts passiert, das muss wenigstens für den Moment mal geändert werden. Letzte Woche habe ich Star Trek im Kino gesehen, was ich hiermit einerseits loben aber andererseits auch bekritteln kann. Da sich J.J. Abrams und sein Team für den Film verantwortlich zeichnet, waren meine Erwartungen dann auch nicht gerade gering. Zudem hat mir in den letzten zwei Jahren der Star Trek-Serienkosmos doch einigermaßen zugesagt, wie in den letzten Serienchecks zu sehen ist. Die Frage, die ich an den Film gestellt habe, ist die, ob der neue Film noch Star Trek ist oder nicht. Die Antwort gibt es mit ein paar Spoilern nach dem Bild.

Star Trek

Ich stimme der generellen Meinung zu, dass der neue Film als SciFi-Actionfilm wirklich gelungen und sehenswert ist. Die Optik ist konsequent neu entwickelt worden und es geht etwas weg von dem sauber, steril und harmonisch aussehenden Kulissen und Welten der Serien und vorherigen Filme. Vielleicht mit Ausnahme der weißen Brücke, die ein interessanten Kontrast im Film bildet. Auch die Figuren sind konsequent weiter entwickelt worden und in meinen Augen sehr stimmig. Und man hat auch die Kameraführung “konsequent” entwickelt, wobei mir hier die leicht “spacige” Kameraführung ganz gut gefallen hat. Das habe ich so bisher nur in Battlestar Galactica gesehen. Über die anhaltende Hektik der Kamera in beinahe allen Szenen, also auch den ruhigeren, darf dagegen gestritten werden.

Interessanterweise hat mir Kirk am besten gefallen. Seine, aber auch Spocks (Neu-)Charakterisierung sind wirklich gelungen. Kirk wird sehr passabel als Haudrauf-Tatmensch dargestellt, der sich in eine Sache verbeißt und diese ohne Wenn und Aber durchzusetzen vermag. Er handelt ohne groß nachzudenken, schlägt sich im wahrsten Sinne das Wortes aber auch mit den Folgen herum, und das im Endeffekt auch mit Erfolg. Seine Einführung als Kind, dem die reglementierende Hand des Vaters fehlt und dessen Tod im Grunde sein ganzes junges Leben prägt, ist äußerst gelungen und macht ihn als unbedarften Actionhelden glaubwürdig. Ähnlich sieht das bei Spock aus, der anders als in der Serie und den Filmen einen inneren Konflikt zwischen seiner vulcanischen und menschlichen Seite spendiert bekommt. Dass Spock das eine oder andere Mal Gefühle zeigen darf, ist ebenfalls eine interessante und gelungene Neu-Entwicklung seines Charakters. Ferner rückt Uhura mehr ins Zentrum einer ansonsten reinen Männerriege. Dieses Zugeständnis darf der heute gegebenen Emanzipation gegenüber den 1960er Jahren zugeschrieben werden. Außerdem behauptet sie sich gegen den Frauenhelden Kirk und wendet sich stattdessen dem zurückhaltenderen Spock zu. Auch dies ist eine interessante Neu-Entwicklung in der Figurenkonstellation des neuen Star Trek-Films. Soweit wie Battlestar Galactica, aus ehemals männlichen Hauptdarstellern nun weibliche zu machen, geht der neue Film dann aber doch nicht. Denn im Grunde ist Star Trek auch kein Reboot sondern eine Mischung aus Fortsetzung und Vorläufer des bestehenden Star Trek-Serienkosmos.

Abrams und seinen beiden Autoren Roberto Orci und Alex Kurtzmann, die ihn seit den ersten Tagen von Alias begleiten und die für ihn bereits Mission: Impossible 3 geschrieben haben, knüpfen mit dieser Figurenkonstellation und der Neu-Charakterisierung dezent an ihre in der Serie Alias entwickelten Tugenden an. Denn die Charakterisierungen gelingen ihnen in dem neuen Film doch ganz hervorragend. Genau das habe ich Abrams auch zugetraut. Er gewährt ein paar neue Einsichten in die Charaktere und bringt Sachen ein, die es so innerhalb von Star Trek noch nicht zu sehen gab. Das ist es auch, was er mit Mission: Impossible 3 gemacht hat, wo die persönliche, private Seite des Hauptcharakters Ethan Hunt viel stärker beleuchtet wurde, als in den ersten beiden Mission: Impossible-Teilen. Dieses Prinzip hat er nun wieder auf Star Trek angewendet und es hat funktioniert. Die Figuren sind in meinen Augen das Herzstück des Films. Höchstens Scotty war mir als dritter Klassenkasper in der Runde dann doch einer zu viel. An seiner Person merkt man dann auch, dass Star Trek zuallererst ein Actionfilm ist, der sich selbst nicht so ganz ernst nimmt. Denn wenn Scotty-Darsteller Simon Peg mit Erstaunen ausruft, “Seid ihr aus der Zukunft? Cool!”, dann bricht der Film zum Einen mit den zahlreichen Verwicklungen und zum Anderen auch mit dem Technobabbel, die in den bisherigen Serien und Filmen noch sehr ernsthaft behandelt wurden und die auch zu ernsthaften Problemen und im Grunde unlösbaren Entwicklungen bei der Erzählung führten. Diese hat man ja nur mit dem Stichwort “Tech the Tech!” lösen können.

Dagegen bleibt es aber bei einer platten Story und dem blassen Bösewicht. Beides lässt sich ein bisschen entschuldigen, da sich der Film wirklich viel Zeit nimmt, die Charaktere einzuführen und ihnen viel Spielraum gegeben wird. Somit bleiben in erster Linie ein famoses Actionspekatakel im Weltall, dass sich selbst nicht so ganz ernst nimmt, und die Neueinführung der Figurenkonstellation. Gerade Letzteres hätten sie wohl kaum gemacht, wenn sie sich nicht sicher gewesen wären, einen weiteren Star Trek-Film zu drehen. Mit Damon Lindelof als nächsten Drehbuchautoren hoffe ich aber nun auf etwas mehr Star Trek-Tiefe.

Denn das ist eigentlich mein Kritikpunkt am Film: mit Star Trek hat dieses Actionspektakel nicht mehr viel zu tun. Nur weil bekannte Namen auf einer Enterprise im Weltall herum kutschen, ist das noch nicht mit Star Trek gleichbedeutend. Wo ist der Wagon Train im Weltall und die Final Frontier, die gerade die Originalserie ausgemacht haben? Wo bleibt der Kampf um humanistische Werte? Ja, um in allgemeinen Science Fiction-Definitionen zu sprechen, wo bleibt der Spiegel auf unsere Gegenwart? Mit viel gutem Willen lässt sich die alternative Realität, in die sich der Film begibt, als neue Metamorphose des Star Trek-Patchwork-Universums bezeichnen. Der Film reflektiert damit gerade noch den eigenen Serienkosmos der vergangenen reichlichen 40 Jahre. Aber sonst? Nun ja… Ich habe nichts dagegen, dass es etwas wilder zugeht im neuen Star Trek-Universum, dass die politische Korrektheit zum Teil über Board geworfen wird, keine philosophische Botschaft mit dem Holzhammer daher kommt, es ein deprimierendes Spiegelbild wie in Battlestar Galactica gibt oder der Optimismus der früheren Serien, in denen bereits verbesserte Menschen nach weiterer menschlicher Perfektion streben, nun zu den Akten gelegt wird. Als Vulcan zerstört wird, habe ich außerdem einen kurzen Moment wirklich darum gebetet, dass es keine offensichtliche Holocaust- oder 9/11- Anspielung gibt. Aber dass es lediglich ein dicker Spezialeffekt im Film blieb, habe ich dann wiederum auch nicht erwartet. Wenigstens ein klitzekleiner – zumindest für mich entdeckbarer – Subtext oder eine Anspielung wäre doch schön gewesen. Das vermisse ich aber oder er war mir wirklich nicht offensichtlich genug. Deshalb hoffe ich auf den nächsten Film, gerne wieder in der Form eines solchen Actionspektakels, mit diesen Figuren und diesem Look, aber dann vielleicht mit etwas ansatzweiser Tiefe, wie es Matrix oder zuletzt auch The Dark Knight boten. Bitte bitte. Danke sehr.

Im Übrigen noch ein Wort zur Kontinuität, die bei dem neuen Film doch am Häufigsten kritisiert wird. Das ganze Konstrukt Star Trek ist ein offenes System, dass sich über 40 Jahre lang entwickelt und verändert hat. Nicht immer blieb es dabei am Zeitgeist, dazu sind zahlreiche Episoden in Voyager und Enterprise doch nicht so gelungen. Aber die gelungenen Episoden wiederum sind dem doch recht nahe gekommen. In solchen Episoden hat man versucht, philosophische, gesellschaftliche oder politische Metaphern einzubauen. Gleichzeitig gab es eigenständige virtuelle Räume, die man erforscht hat, womit Star Trek gerade in TNG, DS9 und ein wenig auch in VOY neue Wege eingeschlagen hat. Diese haben den Star Trek-Serienkosmos u.a. eine neue Erweiterung gegeben. Schon die Originalserie hat sowohl mit den politischen Metaphern auf den Kalten Krieg als auch dem finsteren Paralleluniversum den Grundstein dafür gelegt. Gerade dieses Paralleluniversum wurde in DS9 und in ENT mehrfach wieder aufgegriffen. Was ich meine ist, dass der bestehende Serienkosmos mit über 700 Film- und Fernsehstunden viel zu detailliert ist. Der Serienkosmos ist sowohl spiegelbildlich auf die Gegenwart, in der eine Serie entstand, als auch in sich selbst reflexiv und reflexiv gebrochen. Man hat in den späteren Serien seit TNG mehrfach Widersprüche und Kritik gerade zur alten Serie eingebaut und diese variantenreich und selbstkorrigierend dargestellt. Star Trek ist damit ein offenes (Patchwork-)System und kein komplettes Ganzes, welches lediglich um Nuancen, einfache Aspekte oder neue Geschichten erweitert wird. Die Ambivalenz, die der neue Film mit seiner alternativen Realität bietet, und der gleichzeitige Verzicht auf eine sogenannte “wahre” Handlung, die der Film eben wegen der neuen Realität gerade nicht hat, passen unter dieser Sichtweise deshalb durchaus zu Star Trek. Wie oben bereits geschrieben ist mir der simple Fakt, dass der neue Film den Serienkosmos Star Trek in eine alternative Realität hievt, aber zu wenig, um das Aushängeschild Star Trek zu tragen.

Seriencheck (VII)

Die Menge der zu besprechenden Serien nimmt ganz schön überhand, weshalb das wieder ein äußerst ausufernder Beitrag geworden ist. Schon beim letzten mal habe ich ja geplante Texte verschieben müssen, weil es sonst zu viel gewesen wäre. Da ich aber auch nur rund drei mal im Jahr den Seriencheck schreibe, sammelt sich aber auch immer einen ganze Menge an. Das ist gleich wieder so viel, dass ich mich noch nicht mal an alle neu angelaufenen Serien, die mich interessieren, dran hängen kann. Welch’ bitteres Los! So geschehen im Falle der neuen Star Wars-Serie The Clone Wars, welche auf der Warteliste steht und für die ich aus erfreulicheren Gründen einfach noch keine Zeit hatte. Aber das macht nichts, denn ich habe sehr viel nachzuholen. Mit Akte X bin ich – mehr oder minder – durch, Star Trek und Ally McBeal habe ich schon im Frühjahr abgeschlossen, Generation Kill lief im Sommer und ist schon vorbei. Allerdings verschiebe ich die Besprechung von Star Trek – Enterprise wegen der Menge des Textes erneut auf das nächste mal. Dazu kommen aber weiterhin die wieder frisch angelaufenen Seasons von Californication, Chuck, E.R., Heroes, Pushing Daisies und The Unit, sowie neu angelaufene Serien wie Fringe und Life on Mars. Erneut habe ich mir in der Zeit vom letzten Seriencheck bis heute Notizen zum Gesehenen gemacht und forme das jetzt in richtige Texte um. Es werden liebgewonnene Kleinode und bekannte Dauerbrenner darunter sein, die in bekannten Strukturen weiterlaufen. In diesem Fall bleibe ich kurz, da ich das in der Regel in vergangenen Serienchecks schon ausführlich ausgebreitet habe. Und die Kleinode erhalten schlichtweg eine neuerliche Liebeserklärung von mir. Außerdem wird geklärt, was Star Trek – Voyager mit Pushing Daisies zu tun hat – eine Verbindung, die ich ganz interessant finde. Da hat sich nun also eine ganze Menge angesammelt. Alles in allem ist das in der Regel eine Stunde “aktueller” Stoff am Abend, weshalb es dazu auch ein paar Spoiler geben wird, plus eine Stunde Blick in die historische Vergangenheit des Serienzeitalters. Und mit der Vergangenheit geht’s gleich los. Hier. Jetzt.
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Akte X (Stand: Season 9 – abgeschlossen)

Letztes mal habe ich noch über Season 1 gelästert. Mit Season 2 werden die Geschichten etwas solider, im Verlauf der folgenden Seasons auch dezent interessanter. Scullys Entführung war schon sehr spannend gemacht und das war etwas was ich in meiner diffusen Erinnerung erst viel, viel, viel später erwartetet hatte. Trotzdem fehlten mir im großen Teil der zweiten Season immer noch echte Highlights unter den Episoden. Die ersten Episoden, die mir wirklich gefallen haben, weil sie gut erzählt wurden und anständig verzwickt waren, waren die des Finales der zweiten Season und des Starts der dritten Season, in denen es natürlich wieder um das allseits beliebte Thema der Außerirdischen und der Vertuschung selbiger ging. Auch wenn diese Episoden wirklich gut und spannend waren, würde ich es nicht zum Topkaliber von Serienepisoden im Allgemeinen zählen, denn nach wie vor tat ich mich schwer mit Akte X. Die angeblich spannende Atmosphäre der Verschwörungs-Thematik blieb mir verschlossen und wirkt nun wohl mehr als zehn Jahre nach der Erstausstrahlung nicht mehr auf mich. Hin und wieder funktionieren die Andeutungen, und nur darauf basiert eine Akte X-Episode im Grunde ja, wie eben in den genannten Episoden. Oftmals wirken sie heute auf mich aber einfach doch zu platt. Was mich damals als junger Pimpf vielleicht noch verschrecken konnte, hat kaum noch einen Effekt. Damals mag Akte X die Grenzen des Phantastischen und der ungewöhnlichen, teilweise verstörenden und seltsamen, einfach expliziten Bilder im Fernsehen erweitert haben. Aber mit der Zeit hat man dann auch zu viel davon gesehen, sich dran gewöhnt, womit die Wirkung doch etwas verloren geht. Das ist auch ein Problem, dass ich zur Zeit mit Fringe habe, wie weiter unten zu lesen sein wird.

Über die Seasons von Akte X macht sich aber schon ein stetiger Qualitätszuwachs in allen Belangen bemerkbar, selbst Season 9 ist immer noch wirklich gut produziert und hat nicht mehr den dezenten und staubigen Doku-Charme der ersten Season. Produktionstechnisch hat sich Akte X auf ein wirklich hohes Niveau gehievt. Mir machten schließlich die “Mythologie-Episoden” um die Außerirdischen mehr Spaß als reguläre Einzelepisoden. Und ich habe sogar die entsprechenden Episoden in Season 7 bis 9 noch verstanden, auch wenn sie nicht mehr so spannend waren. Viel größere Probleme hatte ich aber mit den Einzelepisoden, die eher selten über den Status “geht so” hinaus kamen. Spätestens ab Season 4 habe ich kaum noch eine Einzelepisode vollständig geschaut, allerdings hatte auch mein Durchhaltevermögen ein klitzekleinwenig nachgelassen. Meistens waren sie mir tatsächlich zu langweilig geworden, da die Serie in der Regel nach Schema F ablief. In zwei Fällen war es mir auch deutlich zu abgeschmackt und widerwärtig (in einem Fall kam mir tatsächlich das Mittagessen wieder hoch – Schwamm drüber *hüstel*). Insgesamt überwiegten dann doch die für mich negativen Punkte knapp die folgenden positiven Punkte.

Denn die hat Akte X ja dann doch. Zum einen in der Form der nett gemachten “Mythologie-Episoden”, zum anderen aber in den zunehmend selbstironischeren Episoden, die meistens die Ausnahme bildeten, weil ich sie doch vollständig geschaut habe. Season 6 ist hier das beste Beispiel mit sehr lustigen Episoden, welche die besseren Akte X-Episoden sind. Wenn Mulder mit dem einen Regierungsagenten den Körper tauscht, Scully und Mulder als Vorzeige-Pärchen undercover in eine Wohnsiedlung einziehen oder Mulder auf der Queen Elizabeth in der Vergangenheit im Bermuda-Dreieck landet und alle bekannten Figuren analog zu ihren sonstigen Serienrollen als Nazis oder Geheimagenten auftauchen. Letzteres ist dann auch für mich die brillanteste Akte X-Episode gewesen, die ich mir jederzeit wieder anschauen würde. Spätestens hier hatte mich Akte X voll getroffen – aber damit ist nicht der ganze verschwörungstheoretische Kram gemeint, sondern die wirklich interessante Chemie des Figurenensembles. Zwischendurch gab es ja noch den Film, den ich ganz nett fand, der aber kaum besser als eine übliche Doppelepisode war. Selbst Robert Patrick und die andere neue Agentin, deren Namen ich gerade vergessen habe, passten für meine Begriffe wirklich gut in die Serie. Aus dem Figurenensemble stechen aber eindeutig Mulder und Scully hervor. Beide sind absolut fantastisch geworden, Mulder ist eine coole Sau und Scully eine noch viiiiiieeeeel coolere Lady. Scully steht klar auf einer Stufe mit Sydney und wer in vergangenen Zeiten von meiner Alias-Abhängigkeit gelesen hat, weiß was das heißt. Das Duo wuchs mir wirklich ans Herz und es fiel mir selbst nach Season 9 und dem ersten Film schwer, Abschied zu nehmen. Trotz dass mir nur wenige Einzelepisoden wirklich gefallen haben. Der zweite Film steht bisher noch aus, sollte aber demnächst noch an die Reihe kommen. Vielleicht kehre ich eines Tages mal zurück zu Akte X und schaue mir mehr Einzelepisoden an. Aber das wird erst geschehen, wenn ich alle anderen Nachholobjekte gesehen habe.

Die wenigen Episoden auf der Bandbreite von “ganz nett” bis “hat mir wirklich gefallen” sind die folgenden:

2.25 Anasazi (1)

3.01 The Blessing Way (2)
3.02 Paper Clip (3)
3.09 Nisei (1)
3.10 731 (2)
3.12 War of the Coprophages

4.09 Tunguska (1)
4.10 Terma (2)
4.24 Gethsemane (1)

5.01 Redux (2)
5.02 Redux II (3)
5.12 Bad Blood
5.13 Patient X (1)
5.14 The Red and the Black (2)
5.20 The End

The X-Files Movie

6.03 Triangle (beste Akte X-Episode überhaupt, vielleicht sogar eine der besten Episoden von allen Serien, die ich jemals gesehen habe)
6.04 Dreamland (1)
6.05 Dreamland (2)
6.11 Two Fathers (1)
6.12 One Son (2)
6.22 Biogenesis (1)

7.01 The Sixth Extinction (2)
7.02 The Sixth Extinction II: Amor Fati (3)
7.22 Requiem

8.01 Within (1)
8.02 Without (2)
8.14 This is not happening (1)
8.15 DeadAlive (2)
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Ally McBeal (Stand: Season 5 – abgeschlossen)

Ich stelle gerade fest, dass ich außer in meinem allerersten Seriencheck noch gar nichts zu Ally McBeal geschrieben habe, welches ich inzwischen auch vollständig gesehen habe. Zu Ally McBeal kann ich vor allem eines sagen: Kult, absoluter Kult. Es ist eine tolle Darstellung von Allys emotionsgeladenem Leben und zumindest in den ersten drei Seasons immer mal wieder eine klasse Widerspiegelung in den Fällen vor Gericht. Später verschwindet dieses Konzept ein wenig, die Serie kümmert sich etwas mehr um ihre Nebencharaktere oder um direkte Beziehungsverwicklungen der Charaktere, allen voran good old Ally. Die Schauspieler drehen spätestens ab der zweiten Hälfte der zweiten Season sowieso immer mehr auf und ein erster Höhepunkt ist der Auftritt von Barry White in der Bar in dieser Season. Freudentränen galore. In gewisser Weise war die Musik in Ally McBeal damals, als ich die Serie zum ersten mal hin und wieder im Fernsehen verfolgt habe, auch prägend auf meinen persönlichen Musikgeschmack. Vermutlich hat mich Ally McBeal noch viel mehr geprägt. Die phänomenalste Episode ist die erste der dritten Season, in der Ally eine Hochzeit sprengt, weil sie nicht schweigen kann, als der Priester fragt, ob jemand etwas gegen die Ehe des Hochzeitspaares habe. Denn Ally hatte eine Woche zuvor nichts weniger als Sex mit dem Bräutigam. Bei dieser urkomischen und schwer peinlichen Situation habe ich mich minutenlange gekugelt vor Lachen. Wunderlich schließlich die Finalepisode der dritten Season: Ally McBeal – Das Musical. Mich wundert es hierbei wie die Darsteller über das vergangene Jahr und ihre momentane Situation auf englisch singen, teilweise auch Dialoge singen, während Gesprochenes weiterhin auf Deutsch erschallt. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie dies damals dem ordinären deutschen Zuschauer präsentiert werden konnte, wenn er dabei nur die Hälfte verstand. Damals war das deutsche Fernsehen schließlich auch schon nur kurz davor, Unterschichten-TV zu werden.

Nur in Season 5 musste ich mich fragen, was da nur aus Ally McBeal geworden ist. Hatte Season 4 noch einen großartig aufgelegten Robert Downey Jr. als Bonusfigur, hängt Season 5 richtig durch! Erst mit der Christina Ricci-Doppelfolge fängt sich die Serie wieder und es gab endlich wieder Männergeschichten mit Ally, endlich wieder die eine oder andere peinliche Situation mit ihr und endlich wieder Witz und abgedrehten Humor dank der Ricci. Leider geschah das aber erst im letzten Viertel dieser letzten Season. Insgesamt eine ganze großartige Serie, die mir unheimlich viel Spaß bereitet hat. Pokipsy!
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Californication (Stand: Season 2)

Ganz toll schafft Californication den Spagat zwischen Comedy und Drama. Gelegentlich ist die Serie Tränen anrührend, gelegentlich ist sie unglaublich spaßig. Hank ist ein Vorbild, der Lebensstil Neid erregend. Unter den aktuell laufenden Serien ist Californication neben Chuck, Life on Mars und Pushing Daisies die interessanteste Serie zur Zeit für mich, ein Grund, jeden Tag aufzustehen, den Arbeitstag rumzubringen und dann einmal in der Woche Californication zu gucken (öhm, ich übertreibe mal wieder…). Mit dem Zylonen Leoben als schwerreichen Musikproduzenten ist ein noch durchgeknallterer Charakter als Hank in der Serie eingebaut worden, bei dem auch regelmäßig mit dem Kopf geschüttelt werden darf über dessen Eskapaden und Sprüche.
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Chuck (Stand: Season 2)

Witzig und interessant ist nach wie vor good old Chuck. Der Geek schlechthin und damit ein Freak, in dem sich wohl manch einer von uns wenigstens teilweise wiedererkennt. Mehr davon!

Wo kam eigentlich gleich noch mal Pryce Larkin her und wieso arbeitet er mit dem Geheimdienst, wenn er doch Intersec zerstört hat?
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E.R. (Stand: Season 15)

Das ist die große Goodbye-Season. Es wird aber auch Zeit, da E.R. wirklich abgebaut hat. Die 15. Season hat lange nicht mehr die gefühlte Geschwindigkeit und Hektik der früheren Seasons oder aktueller Serien, das Schema ist nun zu oft das gleiche und die Fälle sind kaum noch interessant. Auch wenig interessant sind die verbliebenen Charaktere und neue Charaktere werden gar nicht erst interessant gemacht. Das Figurenkarussell ist in den letzten zwei Jahren und wegen des Autorenstreiks auch zu schlimm geworden, kaum ein neue Figur bleibt länger als ein halbes Jahr dabei, gleichzeitig müssen die alten und somit teuren Darsteller (Abby, Kovac, Pratt) raus. Die Schwester Sam interessiert mich nicht, der Arzt Tony auch nicht, Angela Bassett macht auch nichts her, die Chirurgen Lucien und Neela sind nicht sehr interessant. Lediglich Morris bringt inzwischen etwas Licht ins Schattendaseins des früheren Selbst der Serie. Nur aus Sentimentalitätsgründen bleibe ich noch dran, um den Abschluss der Serie mitzunehmen. Wäre der Abschluss nicht angekündigt, hätte ich wohl schon abgebrochen.
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Fringe (Stand: Season 1)

Mit Fringe ist eine auf mich sehr Akte X-lastige Serie gestartet. J.J. Abrams zeichnet sich unter anderem federführend verantwortlich und damit ist die Serie ja schon ein Muss. Allerdings muss Fringe meiner Meinung nach noch in Schwung kommen, die bisher gelaufenen Episoden sind arg schematisch gestrickt und die Mysterien selbst waren nun noch nicht so spannend. Gleichzeitig ist das Figurenensemble sehr einfach angelegt und die Charaktere selbst bleiben noch blass. Letzteres mag zwar dem Beginn der Serie geschuldet sein, in dem die Figuren naturgemäß noch nicht weiter ausgeprägt sind, aber von Felicity über Alias und Lost bis hin zu Mission: Impossible 3 haben die Autoren Abrams, Kurtzmann und Orci bewiesen, dass sie das bereits besser können und ein vielschichtiges Beziehungskarussell aufzubauen vermögen. Bei Fringe habe ich aber das Gefühl, dass einiges noch zurück gehalten wird. Das hoffe ich jedenfalls, denn meiner Meinung nach geht in Fringe ansonsten noch so einiges. Von den Darstellern gefällt mir bisher auch nur die nette Hauptdarstellerin Anna Torv und zunehmend auch der schrullige Wissenschafts-Opa, der sich den Namen seiner Assistentin nicht merken kann.

Weniger gut dagegen gefallen mir die Ekelszenen zu Beginn einer Episode und gelegentlich auch zwischendurch. Diese dürfen für meinen Geschmack künftig etwas moderater ausfallen. Das scheint mir aber Aushängeschild von Fringe zu sein, denn der Rest ist beinahe konventionelle Ermittlungsarbeit. In Sachen “Wow-Effekt” ist es aber bisher nicht so viel anders als Akte X und da diese Serie schon die Grenzen des Phantastischen und (Un-)Möglichen so weit weg gedrückt hat, dürfte es Fringe recht schwer fallen, in diese Fußstapfen zu treten und auch immer weiter und weiter zu gehen. Das ist aber momentan noch mein Problem mit der Serie: viel Ungewöhnliches hat man einfach schon mit Akte X gesehen und die Bilder etwas schlimmer, eindeutiger, blutiger, expliziter zu gestalten, hilft nicht über das Dilemma hinweg. Von meiner Warte aus darf Fringe ruhig noch etwas Mystery und Spannung zulegen. Das heißt, spannendere Storys mit mehr ungewöhnlicheren Wendungen, originellere Fälle, Beziehungsdramen, aber auch mehr Andeutungen bei den Fällen selbst. Es muss nicht unbedingt minutenlang auf das Herz in einem offenen Brustkorb oder auf einen zerfließenden Menschen gehalten werden.

Aber gute, solide Unterhaltung ist es alle mal, eben mit Potential nach oben. Alias oder Felicity haben auch nicht sofort von den ersten Episoden an gezündet und gerade Alias wurde im Laufe der ersten beiden Seasons ja auch immer besser und besser. Ein wirkliches Highlight war für mich bisher nicht dabei. In der aktuellen Episode 1.07 war aber nun durchaus schon zu sehen, dass sich die Serie um einen dezenten Episoden-übergreifenden Handlungsbogen bemüht. Das ist genau der richtige Ansatz, den die Serie gebrauchen kann. Andererseits passt es aber nicht so ganz, so mir nichts dir nichts einen verflossenen Lover unserer Agentin in Frankfurt (“Ick arbeite im Bundestag.”) zu präsentieren. Wenigstens wird ein kleinwenig vom bekannten Schema der ersten Episoden abgewichen, wie schon zuvor zu sehen war. Obwohl mich die Handlung von 1.05 Power Hungry auch nicht so ganz mitgerissen hat (die Phänomene sind mir einfach noch zu Akte X-lastig), hat mir die Episode etwas besser gefallen als die drei vorherigen, da das Schema F (Zwischenfall -> Walter hat ‘ne Theorie -> Ermittlungsarbeit von Olivia -> Hinweise von der Dame in Massive Dynamics -> Walter macht ein Experiment -> das führt zum “Täter”) so nicht ablief. Das finde ich besser so. Denn zu konservativ sollte die Serie nicht bleiben, ich glaube, das würde Fringe nicht so gut bekommen. Mehr Variation bitte. Der John-Teil als Mystery-Würze hat mir hier sehr gut gefallen, ich glaube, hier steckt auch noch einiges mehr dahinter. Das hoffe ich jedenfalls wegen dem versteckten Kellerarchiv, das Olivia am Ende gefunden hat.

Trotz meiner Kritik bin ich aber irgendwie gespannt auf die nächsten Episoden.
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Generation Kill (abgeschlossen)

Das war eine siebenteilige HBO-Militärserie über eine Einheit Aufklärungs-Marines im jüngsten Irakkrieg. Ein wenig sollte sie wie Band of Brothers sein und tatsächlich war es ganz interessant, den Marines bei ihrem Einmarsch in den Irak zuzuschauen. Mit welchen Methoden das amerikanische Militär vorging, war nicht selten verblüffend, wie wenig Intelligenz vorhanden war, je höher der Rang ist, war umso erschreckender. Es hinterlässt ein seltsames Gefühl, wenn widersprüchliche Befehle ausgegeben werden, die das Schießen auf Menschen beinhalten und dabei in den ersten Tagen des Einmarschs kein Unterschied zu unbewaffneten Zivilisten gemacht wird. Wenn dann von den höherrangigen Militärs, die nur noch ihren “größeren Überblick” kennen, selbst die einfachste Tatsachenlage ignoriert wird, verwundeten irakischen Zivilisten Hilfe verwehrt wird, ist das nur noch kaltblütig zu nennen. In diesem Sinne trifft die Serie einige Male den Nagel auf den Kopf. Insgesamt muss ich aber feststellen, dass Generation Kill nicht an die Vorlage Band of Brothers heranreicht. So spannend sind einzelne Patrouillen-Fahrten der Einheit nicht zu beobachten, es bleibt vielmehr ein Einblick in eine Einheit während des Irakfeldzuges von 2003.
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Heroes (Stand: Season 3)

Läuft ganz interessant bisher an, gefällt mir wieder etwas besser als Season 2 aber immer noch nicht so gut wie Season 1. So viel in aller Kürze dazu. Ich kann noch kein wirkliches Ziel von Seaosn 3 Villains erkennen, habe aber dezente Hoffnung, dass es sich noch richtig entwickeln wird. Es geht ja diesmal offenbar um die Petrelli-Familie und um die Ursprünge der vielen Heldenfähigkeiten. Gut, Sylar mal eben zum Familienmitglied zu erklären, mit diesem Trick holt man seit Luke Skywalker nicht mehr wirklich jemanden hinter dem Ofen hervor. Aber wenn Heroes ein wenig an der Verschachtelung der Zeitebenen, der Beziehungen und der vielen What if-Realitäten festhält und das zu einer ordentlichen Lösung führt, deren Weg bis dahin noch ein paar Wendungen enthält, dann könnte das schon noch was werden. Schade ist nur, dass Sark (David Anders) so schnell ableben durfte.
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Life on Mars (Stand: Season 1)

Ich kenne das britische Original nicht und der erste Pilotfilm hat mir nur wenig gefallen. Aber der neu-inszenierte Pilotfilm und die ersten Episoden kommen viel besser daher und für mich wurde Life on Mars nach ein paar Episoden zu einem kleinen Highlight. Somit kann ich auch der Kritik der Fünf Filmfreunde nicht zustimmen. Die Welt der 1970er Jahre mag in der Serie nicht unbedingt akkurat sondern eher parodistisch dargestellt sein, aber das macht mir nichts aus. Ich habe sowieso das Gefühl, dass sich die Serie auch nicht ganz so ernst nimmt, sondern immer wieder selbstironische und sarkastische Töne anklingen dürfen. Sah der erste Pilotfilm noch nach einer brutalen und harten Polizeiserie aus, ist nun deutlich mehr jovialer Humor angesagt. Das muss einem nicht gefallen, das kann ich sogar nachvollziehen. Aber irgendwo trifft das meinen Nerv. Harvey Keitel ist wirklich bestens aufgelegt. Selbst Sam sieht in seiner Situation manches doch sehr locker, was der Stimmung der Serie in jeden Fall zu gute kommt. Die vielen Oneliner, Sprüche und verbalen Schlagabtausche der Detectives sorgen für das übrige. Besonders gefällt mir die Musik des Jahrzehnts, bisher dürfte es in der Serie keinen Song gegeben haben, der mir nicht gefallen hat. Nach Ally McBeal ist Life on Mars damit wieder die Musikserie für mich schlechthin. Das macht Spaß und lohnt sich allein schon deswegen. Sogar einen kleinen Episoden-übergreifenden Handlungsbogen gibt es, womit Sams Situation gemeint ist. Koma, Zeitreise, Leben nach dem Tod, Schizophrenie? Bin mal gespannt, was dabei rauskommt und ob Sam in “seine” Zeit zurückkehrt. Hier ist als Kritik lediglich anzumerken, dass die Hinweise kaum förderlich für das Mysterium sind und sowieso viel zu wenig auftauchen. Da geht es dann doch zu sehr um die jeweiligen Fälle einer Episode. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt. Ich mag die Serie, nicht jede Episode ist ein wirkliches Highlight, es gab auch schon schwächere. Aber meistens sind die Episoden solide und Life on Mars ist neben Fringe der Neuzugang in meiner diesjährigen Serienseason.
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Pushing Daisies (Stand: Season 2)

Anfangs der zweiten Season hätte ich noch gesagt, das ist die Serie im Moment schlechthin. Aber wie schon bei Fringe oder Life on Mars gibt es gute und schlechte Episoden. Die Nonnen-Episoden war zum Beispiel für mich nicht so toll, aber ansonsten ist Pushing Daisies immer noch ganz großes Kino. Neben Chuck und Californication habe ich mit dieser Serie zur Zeit sicherlich am meisten Spaß, umso trauriger ist es aber, dass es vorläufig nur eine 13teilige zweite Season geben wird und die Fortführung noch nicht beschlossen wurde. Pushing Daisies ist für mich die am liebevollsten und originellsten gestaltete Serie schlechthin, die Überbetonung bei der Figurendarstellung und die dekadente Ausstattung wirken so wunderbar schnulzig, dass es eine richtige Freude ist. Pushing Daisies kam aber wegen des Autorenstreiks im letzten Jahr schon noch nicht so recht voran und sollte nun wenigstens eine volle Season bekommen. Bittebittebitte. Brian Fuller, der Schöpfer der Serie, hat im Falle einer Absetzung aber schon angekündigt, zu Heroes zurück zu kehren, wo er in Season 1 als Autor mitgearbeitet hat. Vielleicht “rettet” er ja dann diese Serie.
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Star Trek – Voyager (Stand: Season 7 – abgeschlossen)

Mit dem Beginn von Voyager musste ich erst mal eine starke Umgewöhnung von den eher persönlichen Storys aus DS9 zu den Technobabble-lastigen Episoden am Anfang der ersten Season von Voyager durchmachen. Ich bin fast ein wenig erschrocken, aber andererseits geht es mit dem Beginn von Voyager aber auch fünf Jahre zurück und wir bewegen uns eigentlich parallel zur dritten Season von DS9. So wie TNG und DS9 zwei bis drei Seasons brauchten, um aufzudrehen, so war es meine Hoffnung, dass das wohl auch bei Voyager der Fall sein wird. Aber Voyager braucht in meinen Augen wieder viel länger als DS9, erst mit Season 4 wird es viiieeel besser. Bei selbiger hatte ich dann erst einen richtigen Run durch die 26 Episoden. Warum? Voyager wird hier wesentlich actionreicher, was offenbar ein Tribut an die vielen lahmen Einzelepisoden der vergangenen Seasons darstellt. Die Einführung der Borg macht es etwas spannender und Seven of Nine ist in meinen Augen ein in allen Belangen gelungener Charakter. Hier kommt zwar wie so oft das Konzept der Integration eines Fremden wieder zum Tragen, wie es das schon häufiger in den Star Trek-Serien gab, aber offenbar ist das so interessant, dass es immer wieder funktioniert. Tatsächlich ist dieses Konzept ja unter einigen anderen Star Trek-definierend und trägt zum positiv-optimistischen Blick auf die Star Trek-Zukunft bei, in der die meisten Menschen zu beinahe vollendeten Humanisten geworden sind. Diesen Aspekt zu dekonstruieren und langsam an Seven of Nine wieder aufzubauen, gehört dann auch zu einer Stärke von Star Trek im allgemeinen.

Wirklich gut wird dann aber eigentlich erst die fünfte Season, die einen phänomenalen Start hinlegt. Ich will im Einzelnen gar nicht so viel erzählen, in vielerlei Hinsicht bot Voyager die ersten drei Seasons einfach nur Standardkost und war wenig herausragend bis dahin. Und selbst danach kamen nur einige wenige Highlights, Episoden also, die ich wirklich mochte. Die Startepisode von Season 5 gefiel mir unter anderem deshalb so gut, weil Voyager zu Beginn eine enorme Lethargie zelebriert und sich gegen Ende hin schließlich die Ereignisse zu überstürzen drohten. Die Captain Proton-Episode in Season 5, die in Schwarz-Weiß gehalten waren, waren schließlich herrlich schnulzig und zeigten einen dekadenten Ausstattungsstil sowie die Überbetonung bei der Darstellung der Charaktere. Wem das nun bekannt klingt, der sei darauf hingewiesen, dass diese Episoden von keinem anderen als Bryan Fuller geschrieben wurden, der sich bei Voyager seine ersten Sporen verdiente und nun der Mastermind (=Showrunner) hinter Pushing Daisies ist. Viele Elemente sind rückblickend zwischen diesen alten Voyager-Episode und der neuen Serie Pushing Daisies richtig vertraut, weil Captain Proton in allen Belangen genauso überdreht ist. Der Darsteller, der ansonsten den Piloten Tom Paris spielt, bleibt während der ganzen Serie über vergleichsweise blass und setzt kaum Akzente. Erstaunlicherweise führt er heute Regie bei einigen Episoden von Chuck.

Season 6 hing wieder etwas und kam nur sachte in Fahrt. Episode 6.10 Pathfinder mit Barclay und Troi war aber sehr mitreißen, am Anfang war sie eher etwas holprig, der finale Kontakt zwischen Voyager und Starfleet Command war allerdings tränenrührend und mitreißend. Das ist dann sicher eine der besseren Episoden von Voyager.

Während Voyager entschied ich mich, Star Trek nur noch auf englisch zu gucken, um der vollen 5.1-Tonspur zu frönen, die in der deutschen Fassung nach meinem Dafürhaben fehlte. Das fiel mir auf, nachdem ich zuvor einzelne Episoden auf englisch sah und das Raumschiff immer unterschwellig brummelte, was ich aber in den deutschen Fassungen irgendwie nie gehört hatte. Es fühlt sich wesentlich realistischer an. Außerdem fiel mir immer mehr die schlechte Synchronisation auf. Wenn ich noch einmal das Wort “kontakten” hören muss, dann platzt mein Kopf wie eine Wassermelone, in der ein China-Böller aus der Tschechei gesteckt wurde. Grausam! Bei solchen Sachen habe ich mir dann gesagt, nie wieder Star Trek auf deutsch zu schauen. Der Gedankengang führte mich auch dahin, mich zu entscheiden, alle aufgelisteten Star Trek-Episoden in den Serienchecks definitiv ein zweites mal schauen, wenn ich mit Enterprise durch bin. Meine eigene Star Trek-Kontinuität musste einfach verfeinert werden. Zwischendurch gefiel mir Star Trek sogar so gut, dass ich sogar sämtliches Bonusmaterial der alten Serie und der Filme nachgeholt habe.

Voyager hat zwar durchweg eine vergleichsweise hohe Qualität, kommt aber nicht so wirklich an die hochqualitativen Episoden von TNG oder DS9 heran, die diese zum Teil über mehrere Episoden aufrecht erhalten konnten. Voyager war irgendwo nett, in jeden Fall spätestens mit der Einführung von Seven of Nine, die das Actionzeitalter in den Star Trek-Serien einläutete. CGI-Shots nahmen deutlich zu und das Finale war im Grunde nur noch ein Feuerwerk ohne handlungsrelevante Substanz. Schade drum, aber immerhin ganz nett anzusehen. Mir fielen sonst nur einige unlogische Sachen auf: da macht die Voyager einen Sprung um 15 Jahre näher zur Heimat und sie treffen auf Aliens, mit denen sie vorher schon zu tun hatten. Das passt einfach nicht ganz (Season 5, die komischen Theta-Strahlungs-Leute). Oder die grundsätzlich interessanten Zeitreise-Episoden entbehren gleich völlig einer inneren Logik. Hier folgt nun nur noch meine Liste der guten Episoden, diesmal mit fast keinen Benennungen von Lieblingsepisoden, da diese einfach nicht so oft auftauchen wollten in Voyager. Sicherlich werde ich von Voyager in der zweiten Sichtung auch noch mal einige Episoden aus meiner Kontinuität streichen, besonders in den ersten Seasons.

VOY 1.01/02 Caretaker
VOY 1.03 Parallax
VOY 1.07 Eye of the Needle
VOY 1.08 Ex Post Facto
VOY 1.10 Prime Factors
VOY 1.11 State of Flux
VOY 1.13 Cathexis
VOY 1.14 Faces
VOY 1.16 Learning Curve

VOY 2.01 The 37’s
VOY 2.03 Projections
VOY 2.05 Non Sequitur
VOY 2.06 Twisted
VOY 2.14 Alliances
VOY 2.20 Investigations
VOY 2.21 Deadlock
VOY 2.26 Basics, Part I

VOY 3.01 Basics, Part II
VOY 3.02 Flashback
VOY 3.08 Future’s End
VOY 3.09 Future’s End, Part II
VOY 3.12 Macrocosm
VOY 3.13 Fair Trade
VOY 3.15 Coda
VOY 3.16 Blood Fever
VOY 3.17 Unity
VOY 3.21 Before and After
VOY 3.24 Displaced
VOY 3.25 Worst Case Szenario
VOY 3.26 Scorpion

VOY 4.01 Scorpion, Part II
VOY 4.02 The Gift
VOY 4.03 Day of Honor
VOY 4.06 The Raven
VOY 4.07 Scientific Method
VOY 4.08 Year of Hell
VOY 4.09 Year of Hell, Part II
VOY 4.13 Waking Moments
VOY 4.14 Message in a Bottle
VOY 4.15 Hunters
VOY 4.16 Prey
VOY 4.18 The Killing Game
VOY 4.19 The Killing Game, Part II
VOY 4.21 The Omega Directive
VOY 4.23 Living Witness
VOY 4.25 One
VOY 4.26 Hope and Fear

VOY 5.01 Night (mal eine richtig, richtig coole Episode)
VOY 5.02 Drone
VOY 5.03 Extreme Risk
VOY 5.04 In the Flesh
VOY 5.06 Timeless
VOY 5.07 Infinite Regress
VOY 5.09 Thirty Days
VOY 5.10 Counterpoint
VOY 5.11 Latent Image
VOY 5.12 Bride of Chaotica! (Captain Proton to the rescue!)
VOY 5.14 Bliss
VOY 5.15/16 Dark Frontier
VOY 5.17 The Disease
VOY 5.19 The Fight
VOY 5.20 Think Tank
VOY 5.21 Juggernaut
VOY 5.22 Someone to watch over me
VOY 5.23 11:59
VOY 5.24 Relativity
VOY 5.26 Equinox

VOY 6.01 Equinox, Part II
VOY 6.03 Barge of the Dead
VOY 6.04 Tinker Tenor Doctor Spy (der Doktor singt, und wie! Neben Seven of Nine wurde der Doktor sicherlich zu einer der interessanteren Figuren im Voyager-Ensemble.)
VOY 6.05 Alice
VOY 6.08 One Small Step
VOY 6.09 The Voyager Conspiracy
VOY 6.10 Pathfinder (gegen Ende hin eine wirklich klasse Episode)
VOY 6.12 Blink of an Eye
VOY 6.15 Tsunkatse
VOY 6.19 Child’s Play
VOY 6.20 Good Shepherd
VOY 6.23 Fury
VOY 6.24 Life Line
VOY 6.26 Unimatrix Zero

VOY 7.01 Unimatrix Zero, Part II
VOY 7.02 Imperfection
VOY 7.03 Drive
VOY 7.04 Repression
VOY 7.06 Inside Man
VOY 7.07 Body and Soul
VOY 7.09/10 Flesh and Blood
VOY 7.11 Shattered
VOY 7.14 Prophecy
VOY 7.15 The Void
VOY 7.16 Workforce
VOY 7.17 Workforce, Part II
VOY 7.18 Human Error
VOY 7.19 Q2
VOY 7.20 Author, Author
VOY 7.21 Friendship One
VOY 7.23 Homestead
VOY 7.24 Renaissance Man
VOY 7.25 Endgame
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Terminator – The Sarah Connor Chronicles (Stand: Season 2 – abgebrochen)

Nach zwei Episoden der zweiten Season habe ich diese Serie nun doch abgebrochen. Die erste Episode war wegen der Action noch ganz gut, nur fehlte eine gescheite Handlung. Mit Episode 2 und wegen genug anderer Serien zum Schauen ist Terminator – Sarah Connor Chronicles aber nun durchgefallen. Diese Episode konnte ja nun gar nichts mehr bieten. Zwar habe ich in einer Zusammenfassung der letzten Episoden gelesen, dass sie wieder leicht origineller werden, aber ich glaube kaum, dass die Action und die Handlung wirklich so viel besser geworden sind. Genau das hätte ich aber bei dieser Serie erwartet.
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The Unit (Stand: Season 4)

Hier gibt’s nicht viel zu sagen, außer vielleicht, dass das Niveau minimal gesunken ist und nicht mehr jede Episoden so superspannend ist gegenüber den letzten drei Seasons. Trotzdem mag ich The Unit immer noch und bleibe dran, auch wenn es danach aussieht, dass dies die letzte Season sein wird. Die aktuelle erste Episode des Zweiteilers zur Rettung von Blaines Tochter, ebenfalls Soldatin und die im Irak gefangen genommen wurde, macht aber immer noch einiges her. Für Spannung ist also immer noch gesorgt.
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Warteliste:

Spacecenter Babylon 5
Magnum, P.I.
Young Indy
Samantha Who?

Star Wars: Clone Wars
House
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Auf dem Radar:

Virtuality
Swingtown
Flashpoint
Caprica

Star Wars: Real Series

Cloverfield

Cloverfield hinterlässt Eindruck. Zwiespältigen, wirklich fantastischen Eindruck auf der einen Seite aber auch etwas unwilligen auf der anderen Seite. Sicherlich ist der Film nicht für jedermann und persönlich bin ich auch hin und her gerissen zwischen “absolut genial” und “dies und jenes ist aber mal richtig blöde”. Keine Empfehlung per se also von mir aus, aber anders als in I am Legend, der im letzten Drittel einbricht, war ich die meiste Zeit doch so richtig in dem Film drin.

Cloverfield

Markantestes Merkmal Cloverfields ist natürlich die Kameraperspektive, da alles mit einer einzigen Filmkamera, einem heimüblichen Camcorder, gefilmt wurde, den einer der Protagonisten mit sich schleppt. Jedenfalls ist es das, was uns der Film glauben macht und ein paar mal merkt man dann schon, dass Hudson das Gerät bewusst mit sich schleppt und laufen lässt, es aber eher so wirken soll, dass er gar nicht mehr an die Kamera denkt und sie einfach in der Hand hält. Aber es funktioniert, irgendwie. Denn ebenfalls anders als in Blair Witch Project steckt hinter dem dadurch bedingten “Kameragewackel” doch so etwas wie ein Film. Der ist wiederum schnell erzählt (Monster trampelt durch Manhattan, Leute versuchen zu entkommen), weshalb ich mir das gleich spare. Anders als in Mission: Impossible 3 oder Transformers ist hier jede Kameraposition schlüssig und der “Dokumentarfilmer” “hängt” nicht irgendwo in der Luft. Außerdem ist es kein künstliches, nachträglich eingefügtes Shaking wie bei den anderen Filmen. Die Konzentration auf diese eine Kamera, die einer der Protagonisten mit sich führt, bringt lediglich einen subjektiven Blick auf die Extremsituation, in die ganz normale Menschen plötzlich geworfen werden. Ohne diese Grundsatzentscheidung würde der Film sicherlich nicht funktionieren, da hätte die ganze Geschichte anders erzählt werden müssen, ohne Zweifel gäbe es mehr unmögliches Technobabble über Aliens/Mutanten/Dinosaurier/Monster, New York wäre einmal mehr orgiastisch in Schutt und Asche gelegt worden und irgendein Deus ex Machina würde das Problem lösen und die Menschheit retten. Bloß gut, dass es kein solches langweiliges Emmerich-Versatzstück geworden ist. Ein paar mal habe ich mir zwar auch gewünscht “Zeig das Monster, zeig das Monster. Dreh die Kamera nach links! LINKS!!”, aber das zeigt mir erst, wie ich in dem Film bisweilen drin war.

Verantwortlich für die Entscheidung zur Kameraführung zeichnet sich der Regisseur Matt Reeves, der Serienfans schon als Erfinder (zusammen mit J.J. Abrams) der Serie Felicity bekannt sein könnte. Abrams selbst hat nicht zuletzt Cloverfield mittels seiner Produktionsfirma Bad Robots produziert.

Als Katastrophenfilm, der in New York spielt, macht Cloverfield außerdem so einiges besser als zuletzt I am Legend. Zwischendrin liegen in Cloverfield eine Reihe von höchst beeindruckende Szenen, nichts verstörendes, aber ein paar mal fühlt man sich wirklich mittendrin. Das wird vor allem durch die fantastische Soundkulisse unterstrichen. Cloverfield wischt hier mit I am Legend locker den Boden auf, aber hallo, mich hätte es am Ende beinahe aus dem Kinosessel geschmissen. Auch sonst sind da wie gesagt eine Reihe beeindruckender Szenen. Als die Gruppe zwischen die Fronten des Militärs gerät, dabei noch ein Kettenfahrzeug schießend vorbei rasselt und sie Schutz unter Autos suchen, das wirkt schon eine Nummer krasser. Oder die Szene als der Monster ein Kettenfahrzeug platt trampelt und nur der Fuß des Viehs zu sehen war. Auch das Bombardement aus dem Stealthfighter war eine deftige Sache im Film, für mich ein doch beeindruckender Anblick. All das ist durch diese geniale Soundkulisse unterstrichen.

Lediglich dieses unglaublich leere Geschwätz der Figuren ging mir von Anfang bis Ende schwer auf den Senkel. Selbst in einer solchen Situation wirkt das regelmäßig nicht sonderlich intelligent. Hier hilft nur, wegzuhören und sich auf die restlichen Geräusche zu konzentrieren. Dementsprechend hat mir auch das Ende, welches nach 80 Minuten schon da ist, nicht zugesagt. Allerdings bin ich nach dem Abspann doch auf eine Fortsetzung gespannt. Wer nicht mitbekommen hat, was ich meine, der schaue sich einfach noch einmal den Schluss des Abspanns an:


YouTube Direkt

Best of 2007

Ja, ne, jetzt lasse ich einfach mal so meine total gewöhnliche und schnöde Best of-Meinungen im medialen Bereich los und schöpfe meine überquellenden Gedanken der Denkmaschine an dieser Stelle ab. Irgendwo wird das sicherlich ein Spagat zwischen einer einfachen Liste, die die Welt nicht braucht, und simplen Nennungen von den Sachen, die mir dieses Jahr gefallen haben. Ohne das großartig auszuufern werde ich einfach mal sehen, was mir zu den jeweiligen Dingen einfällt. Natürlich geht’s um Filme, Serien, PC-Spiele, Musik und Bücher, wobei vermutlich letztere beiden Sachen gleich unter den Tisch fallen werden, da ich dort kaum was aktuelles gehört oder gelesen habe und mich nur mit älteren Dingen befasst habe. Viel ist es unter den aktuellen, diesjährigen Sachen sowieso nicht, denn wie üblich würde ich gerne öfters ins Kino gehen, mehr lesen oder mehr spielen. Aber so nebenbei ist da ja auch noch ein Leben zu führen, über dass ich mich an dieser Stelle aber nicht auslassen werde, da das nicht meine Art ist. So!

Film des Jahres

Ist für mich Transformers. So sinnlos Michael Bay-Filme sind, mir machen sie einfach Spaß. Fluch der Karibik 3 hat mir ansonsten noch ganz gut gefallen, beim Rest des Jahres ist das Bedürfnis allerdings nicht vorhanden, den Film noch mal anzuschauen. Gerne noch gesehen hätte ich Death Proof und Planet Terror, das muss ich mir nun für die DVD aufheben.

Im nächsten Jahr freue ich mich vor allem auf I am Legend mit Will Smith, Cloverfield (New York wird mal wieder platt getrampelt) und natürlich den neuen Star Trek-Film von J.J. Abrams. Mal sehen, was das Jahr noch bieten wird.

Serienstarts des Jahres

Mit drei Serien gibt es diesmal richtig viele gute neue Sachen für mich. Chuck, Pushing Daisies und Californication sind die Neuzugänge, an denen ich dran geblieben bin. Alle drei Serien sind großartige Mischungen aus Drama und Comedy, niemals aufgesetzt (trotz der bunten Welt von Pushing Daisies) und alles herzallerliebst umgesetzt. In allen drei Fällen kann ich die DVD-Veröffentlichungen eigentlich kaum erwarten.

Nächstes Jahr freue ich mich übrigens auf die neue Serie Fringe, ebenfalls von Abrams entwickelt.

Serie des Jahres

Bleibt für mich aber Lost, dicht gefolgt von Battlestar Galactica. Obwohl beide Serien mit ihrer jeweils dritten Season heftige Kritik einstecken mussten, empfinde ich persönlich die Qualität als gewohnt gut und auf demselben hohen Niveau wie die jeweils vorangegangenen beiden Seasons. Wenn ich aber Serien nennen müsste, welche dieses Jahr am meisten Eindruck bei mir hinterlassen haben, dann müsste ich Star Trek – Next Generation und The Unit nennen (siehe Seriencheck Teile IV und V). Letzteres ist ein wahres Kleinod geworden. Star Trek hatte mich dagegen zeitweise so in den Bann gezogen, dass ich mir hier gleich noch alle neuen Filme ausgeliehen hatte und zwei Hintergrundbücher verschlungen habe, bzw. noch verschlinge. Ich schaue mal, ob ich die Rezensionen zu den Büchern Star Trek 40 Jahre von Thomas Höhl und Mike Hillenbrand (welches ich etwas kritischer sehe) und Das Phänomen Star Trek – Virtuelle Räume und metaphorische Weiten von Andreas Rauscher hinbekomme. Letzteres ist in meinen Augen eine brillante philosophische Untersuchung der Next Generation-Serie und teilweise auch von Deep Space Nine. Kein Wunder, hat der gute Mann mit dieser Dissertation doch seinen Doktorgrad erlangt. Es ist nicht ganz leicht zu lesen, aber wer sich auch nur ein kleinwenig im geisteswissenschaftlichen Bereich auskennt und Star Trek mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

Spiel des Jahres

Nun gut, den neuen Rechner habe ich erst seit rund zwei Wochen, viel konnte ich also noch gar nicht spielen. Nach drei Jahren von größtenteils Abstinenz macht es mir aber wieder Spaß, in eben solche virtuellen Welten einzutauchen und eine Geschichte selbst zu erleben. Bisweilen empfinde ich ein Half-Life 2 – Episode 2, ein Crysis oder ein Bioshock als ein beeindruckenderes Erlebnis, als so manchen hochkarätigen Kinofilm. Da ich bisher nur zu Crysis und HL2 – Episode 2 ein abschließendes Urteil fällen kann, sind diese Spiele dann auch meine Spieles des Jahres. Crysis hat eine richtig tolle Optik und zieht daraus sicherlich den größten Reiz. Und obwohl ich im letzten Eintrag schrieb, dass die Inszenierung der Story ganz banal ist, mausert sie sich im Verlauf des Spiels doch zu einem ganz spannenden Stück. Atmosphärisch wird das Spiel einwandfrei, es folgen nach den Anfangskämpfen allein im Dschungel gegen Koreaner eine größere Panzerschlacht mit kombinierten Infanterieangriffen, ein Schwerelosigkeits-Level im optisch fantastisch aussehenden Alien-Schiff (wobei über den Spaßgehalt von Schwerelosigkeit gestritten werden darf) und anschließend die Winterlandschaft und die Flucht von der Insel. Das ist schon sehr cool gemacht, wenn auch das Spiel deutlich zu kurz ist, nicht mal halb so lang wie Far Cry seinerzeit. Auf einem 24 Zoll-Widescreen-Monitor zu spielen ist sowieso toll und intensiviert das Spielerlebnis sicherlich noch mal um einiges.

Apropos Far Cry, welches ich nun auf dem neuen Rechner mal in voller Pracht genießen kann. Ja, ich finde sehr, dass das Spiel aufgrund der mittlerweile veralteten Grafik massiv an Atmosphäre verloren hat. Ich quäle mich da durch und überlege mir schon eine Weile, es sein zu lassen. Dabei bin ich gerade erst auf die ersten Trigens getroffen, die ich allerdings damals schon nervig fand. Die Aussicht, dass mir noch jede Menge In-Door-Missionen und Lagerhallen mit Kisten bevorstehen, beflügelt mein Bedürfnis auf dieses Spiel nicht gerade. Aber das ist offenbar die Krux dieser kaum ein paar Jahre alten Ego-Shooter: damals toll, wegen der Optik, heute olle, wegen der veralteten Optik. Da weiß ich schon, was in ein paar Jahren mit Crysis geschieht… Unter den alten Ego-Shootern habe ich noch Doom 3 und Half-Life 2 angespielt. Doom 3 versprüht noch so einiges an Grusel-Atmosphäre, nervt aber durch ewig lange und immer gleiche Level. Durch Half-Life 2 bin ich dagegen wieder komplett durchgerauscht, habe gleich Episode 1 und 2 dran angeschlossen und bin immer noch über die großartige Abwechslung des Spiels begeistert, die sich so auch in den beiden Episoden vorsetzt. Was mir an den Episoden besonders gut gefallen hat, ist, dass es in beiden Episoden jeweils mehr Story gibt, als in Half-Life 2 überhaupt. Mit Alyx als Begleiterin hat man aber auch jemanden, der immer wieder was erzählt.

Worauf freue ich mich nächstes Jahr? Abgesehen davon, dass ich eine Menge aufzuholen habe (u.a. Call of Duty, Fear, Quake 4, Prey, Stalker, Enemy Territory: Quake Wars, Gears of War, Darkstar One, Psychonauts, Geheimakte Tunguska, Jade Empire, Command & Conquer 3), staht da Jagged Alliance 3, Assassins Creed (da wird sich mein XBox360-Gamepad mal wieder freuen) und natürlich Starcraft 2, falls es mit letzterem nächstes Jahr überhaupt was wird. Soviel scheint es da ansonsten gar nicht zu geben und mir wird irgendwie erst jetzt, nachdem ich mich ein wenig damit beschäftigt habe, bewusst, in welcher Krise die PC-Spielelandschaft steckt. Denn nur einen Bruchteil der hier genannten Titel würde ich als echte Highlights bezeichnen, die auch Charme ausstrahlen, etwas eigenes bieten und das oben erwähnte intensive Erlebnis auch wirklich umsetzen können. Aber wir wissen doch zum Beispiel alle, dass Bioshock keine inoffizielle Fortsetzung der System Shock-Spiele, sondern nur ein reinrassiger Shooter mit einer originellen Umgebung ist.

Musik-CD des Jahres

Nur eine aktuelle CD gehört, und das war der Soundtrack zur dritten Staffel von Battlestar Galactica. Da ich Musik aber nicht beschreiben kann, lasse ich hier keine großen Worte vom Stapel. Wer die ersten drei CDs kennt, wird sich sofort heimisch fühlen, denn diese CD schließt sich diesen nahtlos an. Genial ist natürlich die Coverversion von All Along the Watchtower und das vorherige, einleitende Stück Heeding the Call, das ruhig auf der CD genauso lang hätte sein dürfen, wie im Finale (also fast eine Viertelstunde lang). Für mich ist der BSG-Soundtrack einer der besten der letzten Jahre, vielleicht sogar der beste Serien-Soundtrack, der jemals geschrieben wurde. Die neue Ärzte-CD habe ich noch gehört, hat mir aber nicht gefallen. Ansonsten sind da nur jede Menge alte Sachen (u.a. B.B. King & Eric Clapton, Freestylers, Patsy Cline, Etta James, No Doubt, R.E.M. oder Julie London).

Buch des Jahres

Gibt’s nicht. Von den aktuelleren Sachen berichte ich ja hier nur noch über die Star Wars-Bücher, die ich aber zunehmend langweilig und öde finde. Zur Zeit quäle ich mich durch Death Star und finde da einfach keinen rechten Faden. Über die Masse meines Lesestoffs berichte ich ansonsten hier ja gar nicht, da das alles keine aktuellen Bücher sind, sondern diese schon einige Jahre auf dem Buckel habe. Alice im Wunderland habe ich dieses Jahr beispielsweise gelesen, erstmals habe ich mich mit Stephen King und Charles Dickens befasst, die ich verstärkt im nächsten Jahr lesen will. Ein spannendes Buch über die Besteigung des Mount Everest war da noch dabei. Und dann sind da noch zahlreiche Sachbücher, die mir immer wieder in die Finger kommen.

Und weil ich jetzt nicht weiß, wie ich die Kurve kriegen solle, hacke ich den Eintrag hier einfach konsequent ab und wünsche allen Lesern an dieser Stelle einen guten Rutsch (rutscht nicht aus!) ins neue Jahr.

Seriencheck (IV)

Diesmal wühle ich nur in der Vergangenheit und habe nichts zu aktuellen Sachen zu sagen. Ist ja auch gerade Sommerpause… (Sommer?! Jahrezeiten fallen in diesem Jahr aus!) Dafür erforsche ich Stück für Stück diese paar Schinken und taste mich sachte in meinem kleinen bescheidenen Vorhaben voran.

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Felicity (Stand: Season 3)

Für den Einstieg in den Felicity-Texte lohnt es sich, vielleicht noch einmal über den vorangegangenen Seriencheck zu dieser Serie drüber zu lesen. Denn Felicity läuft ganz großartig weiter, bisweilen werden die Geschichten brillant fortgeführt, Freundschaften laufen durch Zerwürfnisse und werden wieder zusammen geschweißt. Wie schon im späteren Alias gibt es in Felicity eine fortlaufende Story und kein “Problem of the week” und es lassen sich tatsächlich so einige Elemente der Serie in Alias wiederfinden. Jetzt weiß ich, woher J.J. Abrams die eher ruhig angelegten Szenen für Sydney und ihre Freunde hat und wieso die Geschichte in Alias so persönlich auf Sydney ausgerichtet ist (oder auf Ethan Hunt in Mission: Impossible 3). Vom ausgeklügelten Beziehungsgeflecht mit seinen speziellen Eigenschaften ganz zu schweigen. Ich glaube, etwas ähnliches werden wir auch im kommenden Star Trek-Film sehen. Ebenfalls toll in Felicity: nahezu jede Episode bringt mich einmal dazu, am Boden zu liegen vor Lachen, ohne dass die Serie dabei in Comedybereiche abdriftet. Im Gegenteil, die Autoren und Produzenten vollführen hier ein fabelhaftes, leicht parodistisches und ironisches Spielchen, wenngleich es aber keine richtige Parodie wird. Gleichzeitig kann eine Episode aber auch schon mal eine sehr traurige Wendungen nehmen. So oder so, Felicity ist fantastisch.

Ein Knaller ist natürlich der Haarschnitt, den sich Felicity zu Beginn der zweiten Season machen lässt. Angeblich sanken deshalb die Einschaltquoten immer mehr, weil sich Millionen von Fans darüber beschwerten. Tatsächlich wurden später in mehreren anderen Serien Insider-Witze à la “This is the guy who told Felicity to cut the hair.” gerissen, um eine unvorteilhafte Charakteraussage über eine Figur zu machen. Nachdem ich das ein wenig im Internet nachgelesen habe, finde ich das nur noch lustiger. Die Serie macht zeitweise einfach unglaublichen Spaß, was ich anfangs so nicht gedacht hätte. Für mich ist in der zweiten Staffel ein klitzekleiner gefühlter Abbau zu erkennen, der sich in der dritten Season dezent fortsetzt. Trotzdem ist das Niveau für die Serie immer noch enorm und es gibt auch gegen Ende der leider auf 17 Episoden gekürzten dritten Season einige Highlights. Nun steht mir noch die finale vierte Season bevor.

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Star Trek – Next Generation (Stand: Season 3)

Auch Star Trek ist so ein kleines, bescheidenes Projekt, welches ich verfolge. Nicht nur will ich mich fit für den kommenden Kinofilm machen, obwohl ich das gar nicht müsste, denn der Film wird auch so ausgelegt werden, dass Neueinsteiger keine Probleme haben werden. Sondern auch weil ich schon länger Interesse daran hege, den Abenteuern von Kirk, Spock, Picard, Data und allen anderen zu folgen. Immerhin habe ich Teil 7 und 10 auch im Kino gesehen, allerdings würde ich mich sicherlich nicht als Trekkie bezeichnen. Teil 8 und 9 kenne ich dagegen nur auszugsweise und somit im Grunde gar nicht. Von “früher” aber sind mir vielleicht ein Dutzend Episoden der diversen Star Trek-Serien in recht guter Erinnerung. Allerdings wurde ich in diesem ominösen “früher” nie wirklich von der Serie eingenommen.

Letztes Jahr habe ich es zuerst jedenfalls mit der Originalserie probiert, die mir nach einer Handvoll Episoden leider aber überhaupt nicht gefallen hat. So habe ich die Originalserie wegen akutem Ausbruch von langer Weile gestrichen und bin deshalb gleich über die ersten sechs Filme zu Next Generation übergegangen. Von den Filmen sind mir Teil 2 und 3 in guter Erinnerung geblieben, auch wenn es schon wieder etwas verblasst. Richtig klasse war aber Teil 6, den ich mir gerne noch einmal angucken würde. In Sachen Next Generation ist die erste Season noch etwas mau, besonders am Anfang sind einige Episoden sehr unterirdisch, aber andere Episoden wissen schon zu gefallen. Die erste Data-Zwillings-Geschichte machte Spaß, Q ist locker dabei und ich finde den Typen irre komisch, Holodeck-Abenteuer sind immer originell, das Auftauchen der Romulaner am Ende der ersten Season sah auch sehr gut aus und hatte etwas richtungsweisendes an sich. Noch besser gefällt mir aber die zweite Season, die schon einige interessantere Geschichten zeigt (Q Who, mit Borgs! Und Borgs!) und diverse positive Aspekte weiterführt, wie ein weiteres Holodeck-Abenteuer oder Datas Versuche, menschlicher zu sein. Nur Wesley Crusher geht mir schwer auf den Senkel. Und während es in der ersten Season fast immer nur eine holprige und eckige Enterprise-Einstellung zu sehen gab (das Anti-Aliasing war wohl da noch nicht erfunden), dreht die zweite Season in Sachen Visuelle Effekte schon ein gutes Stück auf. Die dritte Season bleibt bis zur Halbzeit für meine Begriffe auf Season 2-Niveau, ist also noch nicht so prickelnd. Es sind ein paar schwache Episoden dabei, aber zwischendurch fängt sich die Serie immer wieder. Inzwischen erkenne ich auch schon ein paar Episoden wieder, obwohl Next Generation für mich bis auf die Episoden Yesterday’s Enterprise (genial, weil alternative Zeitlinie aufgrund eines noch nicht stattgefundenen Ereignisses mit der Enterprise C) und Sins of the father insgesamt gesehen noch nicht ein großer Hit ist. Trotzdem bin ich soweit gespannt, dass ich wissen will, was noch so passiert und ich hoffe auf die wirklich eindrucksvollen Episoden, die ich aus dem “früher” in Erinnerung habe (Borgs galore!).

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The Unit (Stand: Season 1)

Neuentdeckung, die mir ausgesprochen gut gefällt und womit ich gar nicht gerechnet hatte. Grund, da mal reinzuschauen, war der Schauspieler Scott Foley, der in Felicity Noel spielt. Außerdem ist Dennis Haysbert dabei, der in 24 Präsident Palmer gespielt hat. The Unit ist eine Serie über eine amerikanische Spezialeinheit der Delta Forces, die in In- und Ausland reichlich geheime Missionen durchführt. Das reicht von der Erstürmung von gekaperten Flugzeugen über Personenschutz bis hin zu Bombenentschärfungen und Wiederbeschaffung gestohlener US-Waffen, die sich im Besitz von ausländischen Waffendealern befinden. Das ganze ist wie Star Trek eine “Enemy of the week”-Show, die nahezu keine fortlaufende Handlung hat. Die einzelnen Episoden sind sehr actionreich gestaltet, wirken zudem sehr modern und realistisch. Trotzdem geht es nicht alleine nur um Einsätze, die Serie hat vielmehr das Ziel, das Leben eines Soldaten in einer Spezialeinheit und das Leben der Angehörigen zu zeigen. So wird auch immer wieder in das Familienleben der Mitglieder der Einheit auf der Militärbasis geleuchtet. Da der Fokus aber eindeutig auf den militärischen Konflikten und Protokollen liegt, agieren die Figuren samt und sonders eher hölzern im Vergleich zu manch anderer Dramaserie. Das heißt, sie geben sich realistisch, wie das im richtigen Leben auch wäre und werden nicht gleich melodramatisch. Mir gefällt die Serie ausgesprochen gut, weil sie mit jeder Episode sehr spannende Ausgangssituationen und Konflikte geschaffen hat, die auf eine sehr professionell-militärische Art und Weise von den Spezialisten gelöst wird. Ich habe beschlossen, dran zu bleiben. Auch weil es sich die erste Season nicht nehmen lassen konnte, mit einem kleinen Cliffhanger zu Enden.

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Abteilung Wasserstandsmeldungen:

ER – Emergency Room (Stand: Season 5)

Season 3 und 4 habe ich praktisch nebenher geguckt. Es baut etwas ab.

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Auf der Warteliste:

Star Trek: Deep Space Nine
Star Trek: Voyager
Star Trek: Enterprise
Miami Vice
Akte X
Spacecenter Babylon 5
The Simpsons
The Office (US)
(+) Prison Break

Seriencheck (III)

Der Seriencheck ist eine tolle Rubrik und ich hoffe, ich muss nicht mal eines Tages Lizenzgebühren abdrücken… Ein bisschen habe ich nun wieder Eindrücke diverser TV-Shows gesammelt. Einige Nennungen bauen auf meinen Serienchecks Teil 1 und Teil 2 auf. Was dann auch bedeutet, dass die folgenden Gedanken zu Heroes (Stand 1.19) und Lost (Stand 3.18) böse, böse Spoiler bis zum angegebenen Serienstand enthalten.

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Felicity (Stand: Season 1)

Felicity ist eine Soap-Opera im Stile von Ally McBeal, nur nicht in dem Ausmaß überdreht, eher ist es wie eine Vorstufe zu Ally McBeal. Tatsächlich handelt die Serie um die junge, und titelgebende, Studentin Felicity, die durch eine Vielzahl von Beziehungsproblemen läuft. Die ersten Avancen von Kerlen, der erste Freund, Probleme ihrer Freundinnen, eine seltsame Gothic-Zimmergenossin und eine Fülle weiterer ernsthafter Konflikte bis hin zur unvermeidlichen Situation, sich zwischen zwei Freunden entscheiden zu müssen, stehen auf der Tagesordnung. Obwohl die Serie eher ernsthaft angelegt ist, wird es gelegentlich schon sehr lustig, wenn diverse Konflikte und Probleme porträtiert werden. Gleichzeitig lernt Felicity ihre Lektionen fürs Leben.

Anfangs tat ich mich noch etwas schwer, einer Serie mit einem solchen Thema zu folgen. Ursprünglich wollte ich auch nur deshalb mal reinschauen, weil J.J. Abrams zusammen mit Matt Reeves im Jahr 1998 die Serie geschaffen hat und diese vor Alias seine erste Serie war (Alias war dann Nr. 2). Es fing nach einer Weile an, Spaß zu machen, den Charakteren um Felicity und natürlich Felicity selbst zu folgen. Nicht alles läuft richtig und nicht selten werden rationale Gründe für eine Entscheidung beiseite gewischt und Felicity sowie ihre Mannschaft folgen ihren Herzen und Gefühlen. Das sind sowieso immer die sinnvolleren Entscheidungen! Schließlich ist es auch nicht so, dass es nicht sogar einen minimalen Mystery-Aspekt gibt. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist, was in Meggans Box drin ist, um die mehrfach geheimnisvoll geredet wird. Für die Serie ist das ein ganz witziger Part. Felicity durchlebt schließlich während der ersten Season einige Gefühlsbäder, Freundschaften befinden sich in einem einzigen Auf und Ab und ist der Funke einmal übergesprungen, dann fühlt man problemlos mit den Figuren mit. Erzähltechnisch ähnelt das schon sehr stark dem späteren Alias, bestimmte Muster lassen sich ohne Zweifel wiedererkennen.

Außerdem lässt sich das eine oder andere bekannte Gesicht wiederentdecken: Jennifer Garner (Sydney in Alias) taucht in bisher zwei Episoden als Nebencharakter auf, Amanda Foremann spielt das Gothic-Chick Meggan und in Alias eine CIA-Analystin, Greg Grunberg (inzwischen als Matt Parker in Heroes) mimt einen Mitbewohner von Ben und in Alias den CIA-Agenten Eric Weiss, Felicity aka Keri Russell selbst war im jüngsten Mission: Impossible-Film dabei. Und das war gerade einmal die erste Season, der noch drei weitere folgen. In Deutschland lief die Serie nie im frei empfangbaren TV an, auch eine DVD-Veröffentlichung steht nicht in Aussicht. Ja, verdammt, ich weiß noch nicht einmal, ob es eine Synchronisation gibt, die vielleicht mal auf Premiere lief. Aber glücklicherweise gibt es die UK-DVDs. An der Serie können sich jedenfalls alle GZSZ- und Verliebt in Irgendwo-Macher ein Beispiel nehmen und lernen, wie eine “Soap Opera” wirklich auszusehen hat. Es ist eigentlich schon unverschämt von mir, solche Machwerke in einem Beitrag über Felicity zu nennen (oder überhaupt zu erwähnen), denn das hat etwas entwürdigendes. Aber obwohl Felicity alles andere als eine BigBudget-Serie ist, liegt das Qualitätsniveau immer noch weit oberhalb gegenüber den genannten hiesigen Vertretern. Felicity ist definitiv ein Kleinod unter allen Serien und meines Erachtens zeigt sich hier einmal mehr, dass die Amerikaner doch noch ein anderes Qualitätsbewusstsein haben, als unsereins.

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Heroes (Stand: Season 1)

Läuft nun inzwischen weiter und macht sehr viel Spaß. Wer mir zuletzt besonders gefallen hat, war Peter. Er ist ja eine Schlüsselfigur in dem drohenden Unheil und er versucht die Explosion zu verhindern. Aber das ist ja die große Frage: wie kann das unausweichliche Schicksal verhindert werden? Woher weiß Peter, ob nicht alles, was er dagegen tut, nicht am Ende genau zum Unheil führt? Das finde ich interessant und spannend und ich freue mich auf ein hoffentliches Happy End. Peter macht aber eine interessante Entwicklung durch. Ein Darth Vader-Vergleich trifft’s ziemlich genau und mir gefällt das an und für sich ganz gut, dass die Autoren Peter so zeigen. Er war zwischendurch gewillt, alles zu tun, um die Atombombenexplosion zu verhindern und legt dafür auch eine ziemlich zornige Art und Weise an den Tag. Was ihn auch dazu brachte, gegen Isaac vorzugehen, obwohl sie mal Freunde waren. Da kann nur gehofft werden, dass sich Peter wirklich noch von anderen helfen lassen wird und nun nicht nur versucht, seinem Schicksal ganz allein zu begegnen. In jeden Fall bin ich mal auf die Auflösung gespannt. Zuletzt war vor allem seine leider etwas kurze Auseinandersetzung mit Sylar ein spannungsgeladener Höhepunkt, die fantastisch in Szene gesetzt war. Irgendwann muss ich mir auch die Musik der Serie mal genauer zu Gemüte führen.

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Lost (Stand: Season 3)

Die Serie, die mich zur Zeit am meisten in ihren Bann zieht.

Meine Theorie ist inzwischen, dass Dharma und Mittelos zwei konkurrierende Unternehmen waren, die beide die Insel erforschen wollten. Was genau mit Dharma auf der Insel passiert ist, wissen wir nicht. Alles was durch Mikhail bekannt wurde – und dessen Aussagen dürfen durchaus bezweifelt werden – ist, dass die Dharma-Wissenschaftler komplett getötet oder von der Insel vertrieben wurden, nachdem sie die “hostiles” angegriffen haben. Die “hostiles” waren schon länger vor den Dharma-Wissenschaftlern auf der Insel. Diese “hostiles” haben außerdem ein U-Boot von den Dharma-Leuten erobert – und nun befindet sich ein U-Boot im Besitz der Anderen. Ob es dasselbe ist? Keine Ahnung, liegt aber nahe. Und ob Mikhail zu Dharma gehörte und zu den Anderen übergelaufen ist, ist schwer zu sagen. Vielleicht hat er unsere Losties in allen diesen Punkten angelogen, vielleicht nicht, aber jetzt ist er definitiv einer von den Anderen.

Tatsache ist aber, dass sich die Anderen wenig für die Dharma-Stationen interessiert haben, mit Ausnahme der Kommunikationsstation, in der Mikhail sitzt. Die Medizinstation haben sie nur kurz für Claire benutzt und für Juliets Rettungsversuche der schwangeren Frauen, die unerklärlicherweise auf der Insel sterben. Und die Station auf der Nachbarinsel wurde wohl nur kurz für Bens Operation benutzt, danach haben die Anderen diese Station auch wieder verlassen. Wobei wir aber andererseits auch noch nicht alle Stationen kennen. Unsere Station mit der magnetischen Anomalie haben sie ja sogar komplett in Ruhe gelassen und Desmond und Kelvin und später Locke usw. fleißig die Zahlen eingeben lassen. Dharma dürfte aber genau wegen den Besonderheiten der Insel da gewesen sein, um diese zu erforschen. Wenn Kelvin (Desmonds Partner im Bunker) kurz nach dem ersten Irakkrieg auf die Insel kam, dann müsste der Angriff von Dharma auf die “hostiles” danach stattgefunden haben. Mikhail sagt wiederum, dass er im Jahr 1993 auf die Insel kam, vielleicht zusammen mit Kelvin. Außerdem sagt er, dass er die Auseinandersetzung zwischen Dharma und den “hostiles” miterlebt hat.

Meine persönliche Vermutung ist, dass die Anderen ebenfalls diverse Forschungsprojekte auf der Insel durchführen und versuchen herauszufinden, was diesen Ort so besonders macht. Ich stelle mir das ein bisschen so vor, dass sie zu diesem Konzern Mittelos gehören, der in Konkurrenz zur Dharma Initiative / Hanso Foundation steht. Ich denke, dass die Anderen auch deshalb Juliet geholt hat, weil auf der Insel in den letzten 16 Jahren etwas passiert sein muss, weshalb schwangere Frauen sterben. So wie die Insel gibt, so nimmt sie auch wieder. Die Anderen und Mittelos versuchen genauso wie Dharma, die Insel zu erforschen und zu begreifen, was vor sich geht. Offensichtlich funktionieren die Dinge auf der Insel nur, wenn man den “richtigen” Glauben hat, wie man an Locke sieht. Ben scheint davon abgekommen zu sein, was meines Erachtens in dem Gespräch mit Locke über die “Box” deutlich wurde. Bens Heilung schreitet ja auch lange nicht so gut voran, wie Lockes, der keinen Rollstuhl mehr benötigt und sich von Beinverletzungen wundersam schnell erholt.

In Sachen Desmond frage ich mich, ob er den “Test” bestanden hat. War es richtig, dass er Charlie gerettet hat, dafür aber Penny “eingebüßt” hat? Oder sollte er Charlie sterben lassen, damit er Penny bekommt? Die ganze Sache war eindeutig ein weiterer Test der Insel und ich finde, Desmond hat sich richtig entschieden. Deshalb glaube ich mittlerweile auch, dass Charlie nicht sterben wird, wie Desmond es annimmt. Sondern ich glaube, dass es Charlie bestimmt ist, zu leben. Und für diesen Determinismus sorgt Desmond analog zu seinem philosophischen Namensvetter David Hume. Desmond versucht ja zum ersten mal, mit seinen Flashes zu arbeiten, anstatt gegen sie. Und: Ob es eine Verbindungen zwischen Mönch – Penny – Papa Widmore – Orakeltante gibt, die Desmond genau dahin geführt haben, wo er jetzt ist? Die Orakeltante ist ja auf dem Foto mit Bruder Campell auf dessen Schreibtisch zu sehen.

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Abteilung Wasserstandsmeldungen:

24 (Stand: Season 6 Episode 6 – abgebrochen)

Da bin ich wie beim letzten mal angekündigt tatsächlich hängen geblieben. Kein Interesse mehr dran.

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Alias (Stand: Season 5 – komplett)

Natürlich schon letztes Jahr komplettiert, über das Ende geheuelt, dann mich anderen Dingen zugewandt. Die Serie bleibt unangefochtene Nr. 1, obwohl mich zuletzt Lost und Battlestar Galactica schwer in den Bann gezogen haben. Leider liegen in meinem Admin-Bereich drei angefangene und textlich umfangreiche Einträge, die ich irgendwie bis heute nicht fertiggeschrieben und veröffentlicht habe…

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Ally McBeal (Stand: Season 1)

Four to go.

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Battlestar Galactica (Stand: Season 3)

Ausführlich zur dritten Season bin ich hier geworden.

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Deadwood (Stand: Season 2 – abgebrochen)

Habe mich trotz der großartigen Machart und meines sehr, sehr hohen Interesses an der Thematik leider schwer getan, dieser Serie zu folgen. Nach Season 3 war sowieso Schluss und diese habe ich mir auch nicht mehr angeschaut.

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ER – Emergency Room (Stand: Season 3)

Season 1 und 2 sind kontrolliert inhaliert worden. Momentan bin ich in Season 3 drin. Ziel: Aufschluss bis Season 14 (ist das die aktuelle in den USA?) schaffen.

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Star Trek: Next Generation (Stand: Season 1)

Habe ich gerade angefangen.

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Auf der Warteliste:

Star Trek: Deep Space Nine
Star Trek: Voyager
Star Trek: Enterprise
Miami Vice
Akte X
Spacecenter Babylon 5
The Simpsons
The Office (US)

Lost: Flashbacks

Ein integraler Bestandteil von Lost sind die Flashbacks der Figuren. Die Flashbacks erfüllen zentrale Funktionen für das Voranschreiten der Handlung und der Charakterentwicklung und bilden damit ein Handlungsmuster für die Serie. Für mich sind diese Flashbacks selten langweilig, ganz im Gegenteil doch sehr interessant. Wer Lost aber als reine Mystery-Serie sieht, der findet eher selten Gefallen an den Flashbacks und langweilt sich daher schnell. Im Folgenden will ich ein paar Gedanken zu den Flashbacks aufbereiten. Dabei gehe ich auch ein wenig auf den Start der neuen Season ein (Stand: 3.02), welche schon die dritte ist und hierzulande noch nicht gelaufen ist! Wer sich nichts verderben möchte, liest also nach dem Bild besser nicht weiter.

Lost Season 3

Flashbacks gehören irgendwie zu Lost, wie die Anderen und eine geheimnisvolle Insel. Die Flashbacks erfüllen meiner Ansicht nach drei Funktionen. Zum einen soll die Handlung, auch auf der Insel, vorangetrieben werden. Zum zweiten dient sie der Charakterentwicklung. Und zum dritten machen die Flashbacks das Verhalten der Losties auf der Insel erklärbar. Würde es keine Flashbacks geben, könnte man dem Geschehen auf der Insel manchmal nur schwer folgen und müsste doch bei der einen oder anderen Aktion unserer Losties mit dem Kopf schütteln. Ich denke sogar, dass ohne Flashbacks vielen Episoden doch arg etwas fehlen würde. Ganz ohne Flashbacks würde Lost stark an Reiz verlieren. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sich die Produzenten von dem Konzept verabschieden werden. Ich sehe dazu keinen Grund, denn es funktioniert ja und kann weiter gemolken werden. Und ich glaube eben, dass es nicht nur der Mystery-Aspekt oder die fortlaufende Story ist, welche die Leute vor den Bildschirm zieht. Auch die Charaktere und das Beziehungsgeflecht untereinander halte ich für essentiell. Gerade die Charaktere und das Geflecht werden eben maßgeblich über die Flashbacks definiert. Für sich genommen scheint mir der Mystery-Aspekt zu wenig zu sein.

Woher sollen wir beispielsweise erfahren, wieso Locke im Rollstuhl gesessen hat. Er konnte ja schließlich einmal laufen und muss dann einen Unfall gehabt haben. Gleichwohl wurde diese Frage erst durch den Kennenlernen-Flashback in Season 1 aufgeworfen. Ich bin jedenfalls gespannt, was eines Tages herauskommt, wieso Locke plötzlich im Rollstuhl saß. Dann bekommen wir vielleicht einen weiteren Charakterbaustein über seinen rastlosen Unmut nach der gestohlenen Niere, der Geldgeschichte mit seinem angeblichen Vater und Helen zu sehen. Dann darf sich Locke gerne wieder zum man of faith zurück entwickeln, der er in der ersten Season war und er kann die Insel weiter erforschen. Manchmal haben wir auch Flashbacks, die einfach nur Analogien zum Inselgeschehen ziehen. In Lockes Flashback in Season 2 (Episode Lockdown) verlässt Helen Locke im Flashback, nach dem er ihr einen Heiratsantrag gemacht hat. “Henry”/Ben bleibt aber im Bunker bei ihm. Sowohl im Flashback als auch im Bunker sind es grundsätzlich ähnliche Situationen für Locke gewesen, nur kann er diesmal wieder etwas allgemeines Vertrauen gewinnen. Die emotionale Ebene ist hier mal wieder super in die Story von Lost eingefügt. Oder woher sollen wir erfahren, ob es vielleicht Verbindungen zwischen der HansoFoundation und unseren Losties in der Vergangenheit gegeben hat? Es steht ja immer noch die Frage, wieso es ausgerechnet diese, unsere Losties auf die Insel verschlagen hat. Wir wissen auch nicht, was Libby in der Psychiatrie gemacht hat. Sie wiederum kann schließlich nur noch in Flashbacks von unseren Losties auftauchen. All diese Dinge ließen sich nur über Flashbacks klären und würden den Rätselfaktor der Serie zudem weiter steigern.

Ebenso sehe ich die Flashbacks nicht als Füllmaterial, den Vorwurf, dass sich Flashbacks inhaltlich in der zweiten Season wiederholen, kann ich nicht teilen. Wo wären wir ohne Desmond in Jacks Flashback? Es wäre doch sehr langweilig geworden, wenn da ein Unbekannter im Hatch gesessen hätte. Außerdem wüssten wir nicht, was Kate getan hat. Wir würden Ana-Lucia, Libby und Rose und Bernard nicht kennen. Ebenso wurde das Rätsel des abgestürzten Drogen-Flugzeuges über Mr. Eko geklärt. Oder Claires Gefangenschaft durch die Anderen. All dies sind Dinge, die wir ausschließlich über die Flashbacks erfahren haben.

Dies sind beispielsweise einige Handlungs-Flashbacks. Dazu kommen die Charakter-Flashbacks, also solche, die etwas über das Wesen eines unserer Losties auf der Insel aussagen. In der Auftaktepisode von Season 3 habe ich am Ende so dermaßen mitgefiebert, ob Jack Juliet nach den Namen des neuen Mackers seiner Ex fragt, oder nicht. Es war Jack buchstäblich anzusehen, wie er mit seinem inneren Schweinehund kämpft und Einsicht über seine Sturheit siegen lässt. Erst hab ich mitgezittert und konnte nicht stille halten. Dann habe ich gejubelt, als Jack etwas anderes fragte, nämlich ob Sarah glücklich sei. YES! STRIKE! Dies halte ich für eine tolle und spannende Charakterepisode, genauso muss Lost sein. Deshalb zählen für mich die Charakter-Flashbacks genauso zur Serie wie der Mystery-Aspekt, beides möchte ich nicht missen. Für sich alleine wäre einer der beiden Pfeiler der Serie doch sehr langweilig. Ich finde, in Lost geht es weniger darum, irgendein seltsames Mysterium aufzuklären, sondern vielmehr kleine Geschichten über die Leute zu erzählen. Wie oft wurde das Verhalten der Losties auf der Insel durch die Flashbacks erklärbar? Oft genug, meine ich, weshalb sich die Flashbacks im großen und ganzen immer wieder lohnen. Persönlich finde ich es immer wieder spannend, wie sich unsere Losties in grundsätzlich ähnlichen Gefühlskonflikten, die sie in den Flashbacks, also in der Vergangenheit, bereits erlebt haben, erneut durchmachen und schließlich eine andere Entscheidung fällen. Eben wie Jack in dieser Episode. Oder sie begehen denselben Fehler wieder, wie es Charlie irgendwann in Season 2 gemacht hat. Die Flashbacks von Jack in besagter Episode haben in jeden Fall Spannung aufgebaut. Und wenn man an frühere Episoden denkt, dann weiß man, dass Jacks Vater nach dem Treffen der anonymen Alkoholiker wieder angefangen hat zu trinken. Nämlich als er mit Ana-Lucia nach Australien geflogen ist und eine “Sarah” suchte. Vielleicht hat Jack durch seinen Angriff auf ihn daran ein bisschen Schuld, weil er so stur ist/war?

Bei anderen Charakteren werden durch ihr Flashbacks ihre Ängste, Sorgen und Nöte deutlich. Auch die Motivation, was sie auf der Insel antreibt, wird durch Flashbacks klarer. Relativ zu Beginn von Season 2 wird beispielsweise mit einem Flashback erneut Michaels Sorge und Liebe zu seinem Jungen Walt deutlich. Sowohl im Flashback als auch auf den Floßresten steht Michael der grundsätzlich selben Situation gegenüber: Walt ist weg und er muss sich damit arrangieren. Damit wird Michaels Verhalten für die ganze Season erklärt, weshalb diese Flashback-Episode mit ihm durchaus ihren Wert hat, auch wenn es nicht alles neu war, was wir in diesen Flashbacks von ihm erfahren haben. Außerdem werden Walts etwas übernatürliche Fähigkeiten deutlicher in dem Flashback gezeigt und damit wird auch das Interesse der Anderen, die ja scheinbar alles über unsere Losties wissen, klarer.

Mit Charlies Flashback in der zweiten Season wird sein Verhalten ebenfalls erst erklärbar. Wie würde sein Tun wirken, wenn es den Flashback nicht gäbe? Er würde vermutlich als durchgeknallter und fieser Widerling dastehen. Mit den Flashbacks und dem Wissen, was ihm sein Bruder angetan hat, wird er vielmehr zu einer tragischen Figur, der es schwer fällt, aus eigenen Fehlern zu lernen. Auch hier halte ich das Flashback-Konzept für essentiell: die Charaktere werden mit Situationen konfrontiert, die sie auf andere Art und Weise in der Vergangenheit schon einmal erlebten. In der Vergangenheit/in den Flashbacks sind sie gescheitert. Nun aber haben sie die Chance, eine bessere Entscheidung zu treffen. Charlie konnte das nicht, weshalb er in meinen Augen zu einer tragischen Figur wird. Der Punkt bei Charlie ist doch, dass ihm von seinem Bruder ziemlich übel mitgespielt wird, er schließlich allein dasteht und stärker in den Drogensumpf rutscht. Auf der Insel wird er wegen seiner Drogenvergangenheit von Claire ausgestoßen, er darf nicht mehr in ihrer Nähe und der des Babys sein. Wieder steht er allein da und spielt verrückt (Visionen, Kindsentführung). Bei Charlie ist es keine solche Entscheidung, wie wir sie jetzt bei Jack in der letzten Folgen gesehen haben (“Is she happy?” anstatt “What is his name?”). Charlie bleibt so wie eh und je, im früheren Flashback versucht er das Mädchen und ihren reichen Daddy zu beklauen, um neues Geld für Drogen zu bekommen. Auf der Insel zündet er ein Feld an, um von der Kindsentführung abzulenken. Oder er hilft Sawyer bei seiner Insel-Con. Hätte sich Charlie auf der Insel anders entscheiden können, hätte er um mehr Hilfe und Rat bitten können? Gute Frage, wir wissen es nicht… Noch in Season 1 hatte er Locke an seiner Seite, der ihm half, von den Drogen wegzukommen. Diesmal fehlte dieser Umstand und Charlie war auf sich allein gestellt. Allein war es ihm nicht möglich, eine bessere Entscheidung zu fällen und sich besser zu verhalten. Ganz anders übrigens als Jack, wie oben beschrieben. Er ist damit im Gegensatz zu Charlie heldenhafter. Ich für meinen Teil bin auf die nächste Flashback-Episode mit Charlie gespannt, um herauszufinden, wie er dann auf seine Probleme reagiert und es dann vielleicht besser machen wird.

Nicht jede Episode kann die tollsten Geheimnisse entschlüsseln oder mag eine berauschende Story bieten. Die Sun-Episode am Anfang der zweiten Season, wo sie ihren Ehering verliert, habe ich als sehr mitreißende und tolle Charakter-Episode in Erinnerung. Hat mir jedenfalls Spaß gemacht. In der aktuellsten Episode von Season 3 lernen wir über die Flashbacks aber die dunkle Seite von Sun kennen. Und damit wird erklärt, wieso sie lieber Sayid hilft, anstatt auf ihren Mann zu hören. Ohne die Flashbacks müssten wir das einfach hinnehmen: Sun ist so, sie tut es eben. Mit den Flashbacks verfügen wir aber über das Wissen, dass sie es in der Vergangenheit bereits getan hat, dass sie dazu fähig ist, ihren Mann anzulügen, dass sie auch den Konflikt mit ihm nicht scheut und nicht die fügsame Ehefrau ist. In der Vergangenheit wurde sie in gewissen Sinne auch dazu getrieben. Ohne die Flashback-Erklärung wäre der reine Konflikt zwischen Jin und Sun auf der Insel doch aber nur mäßig spannend, oder?

Aus diesen Gründen habe immer wieder Spaß mit den Flashbacks und diesem Serienkonzept von Lost. Ich beneide diejenigen wahrlich nicht darum, die nicht so viel Spaß mit den Flashbacks haben, wie ich ihn habe. Vermutlich bin ich da auch ein wenig durch Alias konditioniert, in dem J.J. Abrams ein ganz ähnliches Konzept zur Charakterisierung (Wechsel von privaten “Friends-Szenen” und Actionszenen) gefahren ist und darüber ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht zwischen den Charakteren aufgezogen hat. Auf mich wirkt das Konzept sowohl in Alias als auch in Lost sehr stimmungsvoll, mitfühlend und atmosphärisch. Daraus entsteht dann genug Spannung, um dran zu bleiben. In vielerlei Hinsicht läuft Lost sowieso genauso ab, wie Alias. Typisches Merkmal einer Abrams-Serie ist, dass es keine Antworten ohne eine Fülle neuer Fragen gibt. Ich führe bekanntlich ja die Liste mit Fragen und Antworten zu Lost. Aber das ist für mich nur ein weiterer Grund, die Serie zu gucken. Bei der Fülle an aufgeworfenen Fragen erscheint es mir zudem sehr mühsam, sich darauf zu fixieren, denn für mich ist eigentlich klar, dass niemals alle noch so kleinen Sachen beantwortet werden können. Dazu ist Lost auf einem zu bizarren Weg, an dem ich ebenfalls meine Freude finde, unterwegs. Schon gar nicht können in der ersten Episode einer neuen Season großartig Antworten gegeben werden. Denke ich an Alias, dann bin ich aber guter Dinge, dass auch bei Lost die wichtigsten Mysterien eine vernünftige Lösung finden. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass die Rätseldichte und der Mystery-Aspekt in Alias bei weitem nicht so groß war, wie in Lost. Es gab da vielleicht eine Handvoll großer Mystery-Fragen, die sich durch die ganze Serie zogen und mehr nicht.

Ich möchte für alle Antworten-Sucher und Flashback-Verachter aber trotzdem noch sagen, dass es ab Mitte der Alias-Season 3 schon einmal eine Episode gab, die auch “Enthüllung” hieß, in der sehr viele offenen Sachen aus Season 1 und 2 und der ersten Hälfte der 3. aufgeklärt wurden. Diese Episode und die zwei bis drei Episoden davor, die zur “Enthüllungs”-Episode führten, gehören meiner Ansicht nach zu den besten der ganzen Serie. Die Lösung dort ist absolut stimmig, wenngleich nicht alles aufgeklärt wird. Wenn ich an diese Episode denke, dann habe ich tatsächlich gute Hoffnung, dass es dem Team bei Lost auch gelingen wird. Einige der Alias-Autoren gehören ja auch zum Lost-Team, die Produktionsfirma ist sowieso dieselbe. Von daher darf trotz des bizarren Weges von Lost ein kleines Quentchen Hoffnung auf Antworten erhalten bleiben.

Mission: Impossible 3

Diesmal darf ich meine Begeisterung über den neuen Mission: Impossible-Film kund tun. Vermutlich gelte ich jetzt als Frevler für all diejenigen, welche die alte Serie gut fanden und die Filme mit Tom Cruise nicht mögen. Da ich die Serie aber (fast) nie gesehen habe, macht mir das nichts aus und ich darf somit die Filme gut finden. Den ersten jedenfalls und den dritten nun auch. Denn für diesen zeichnet sich ausgerechnet Seriengenie J.J. Abrams maßgeblich verantwortlich. Und die Handschrift seiner Agentenserie Alias ist eindeutig wiederzuerkennen. Unter dem Bild folgen einige Spoiler!

Tom Cruise in Mission: Impossible 3

Nachdem ich die letzten Tage ein paar Kritiken zum Film gelesen habe, bin ich schon leicht skeptisch geworden, ob J.J. Abrams Kinodebüt gelungen ist. Ich kann Entwarnung geben, das Debüt ist solide und sehenswert, das Genre des Actionfilms wird zwar nicht gerade auf eine neue Stufe gehoben, aber es ist mit ganz großer Sicherheit ein damn fucking good Actionfilm geworden.

Wenn man so die Kritiken liest, nach denen ein Schauspieler und Regisseur nach dem anderen abgesprungen ist, Cruise der Obermacker am Set war und Abrams eine Statistenrolle hatte und Abrams ja eigentlich nur einen Film auf dem Serienniveau von Alias und Lost gemacht hat, dann frage ich mich eigentlich ein bisschen, was sich diese Leute angeschaut haben. “Bullshit!”, kann ich zu dem ganzen Geblubber nur sagen, der Film trägt ganz eindeutig Abrams Handschrift. Solche Schreibfinken haben offensichtlich weder das eine noch das andere gesehen. Alias oder Lost erreichen schon seit jeher annähernd ein Kinoniveau, Abrams macht dazu nun mit Mission: Impossible 3 einfach eine logische Fortsetzung seiner Arbeit.

Die erste Filmstunde fühlt sich dabei tatsächlich wie ein Alias auf der Leinwand an, das Konzept ist fast schon identisch zur Agentenserie. Nur dass hier der Hauptcharakter Ethan Hunt anstatt Sydney Bristow heißt. Vom Ablauf her ist es ebenfalls nahezu gleich, es gibt zuerst private Szenen des Helden, der schließlich zu einem Briefing gerufen wird und auf einen Einsatz muss. Der Einbruch in den Vatikan hätte ebenfalls aus einem Alias-Script stammen können, genauso mit allerlei Gadgets und phantasievollen Verkleidungen versehen wäre Sydney Bristow und ihr Team das Problem angegangen. Das eine führt natürlich zum anderen, Hunt wird immer tiefer in eine Sache verstrickt, die schließlich auch vor seiner frisch Angetrauten keinen Halt macht. Genau diese Zugabe der persönlichen, intime Ebene, die schon in Alias so stark ausgeprägt ist, zeigt Abrams in Mission: Impossible 3 in seiner eigenständigen Version auf der großen Leinwand. Und es funktioniert hier ganz genauso gut, Tom Cruise überzeugt als strauchelnder Ethan Hunt, der nach der Verwicklung seiner Frau in den Kampf gegen die Widersacher ein paar Momente überrumpelt ist, bis er den Helden nun auf einer ganz persönlichen Ebene weiterspielt. Es dürfte wenige Beispiele geben, in denen man einen Actionheld in einem Actionfilm so menschlich dargestellt sieht, wie in diesem Fall. Die Handschrift von Abrams eben. Tom Cruise hat sich nach meiner Auffassung sowieso mit seinen letzten Filmen immer besser gemacht.

Dazu kommt spektakuläre Action, der ganze Film wirkt dabei bis auf’s letzte durchgestylt, wobei sich unsere Helden auch schon mal dreckig machen dürfen. Eine der coolsten Szenen ist der Angriff der Drohne auf die Brücke. Während man in einer SlowMotion-Szene Hunt die Drohne beobachten sieht, steigt im Hintergrund eine Hubschrauber empor, an dessen offenen Seiten eine ganze Reihe schwerbewaffneter und vermummter Gestalten sitzen, die im nächsten Moment die Party aufmischen. Dieser geniale Moment sucht ebenso seinesgleichen wie das anschließende Spektakel. Auch hier sei auf die Handschrift von Abrams verwiesen, prinzipiell ähnliches hat er auch in Alias schon umgesetzt.

Gezeigt wird eine recht intelligente Story, die auch die eine oder andere Wendung mit einschließt. Insgesamt stimmen hier Stil und Substanz, genauso wie es sein sollte. Während der erste Mission: Impossible-Film für mich noch ein intelligent gemachter Actionknüller war, viel Substanz hatte, war mit John Woo’s Fortsetzung zu sehr nach dem Prinzip style-over-substance gemacht. Nur dass in Mission: Impossible 2 die Substanz gleich vergessen wurde und der Stil einfach mal ein Griff ins Klo war, weshalb wir den Film lieber unter den Teppich kehren wollen. Totschweigen ist manchmal auch eine gute Maßnahme. Mission: Impossible 3 ist da schließlich deutlich ausgeglichener. Mir hat er bestens gefallen und von mir bekommt er locker das Prädikat “sehr sehenswert”. Dabei ist das scharfe und farblich brillante Bild über den Digitalprojektor in unserem Kino noch ein netter Bonus.

Seriencheck

Bezug nehmend auf den letzten Seriencheck von Inishmore werde ich mir ein weiteres mal ein Konzept eines anderen Blogs zu eigen machen. Jaha, vor mir ist niemand sicher. Wären doch nur alle Menschen so originell wie ich! Ich werde es aber etwas leicht abgewandelt ausnutzen, und zwar stelle ich einfach mal die bis heute gelaufenen und aktuell noch laufenden Serien vor, die ich interessant finde, und bastle daraus meine persönlichen Empfehlungen. Seriencheck der etwas anderen Art also. Die Übersicht enthält nun zehn Serien, die ich mir in den letzten 10 bis 12 Jahren im großen und ganzen zu Gemüte geführt habe. Zum Teil habe ich bei einigen in letzter Zeit auch keine Kosten und Mühen gescheut, mich an die aktuellen US-Ausstrahlungen dran zu hängen. Ich bemühe mich natürlich um weitestgehend Spoiler-freie Texte. Außerdem sind sie alphabetisch sortiert, eine Art Rangliste wollte mir nicht einfallen. Genauer gesagt, konnte ich mich nicht entscheiden, welche Serien auf die einzelnen Plätze kommen sollten.

In der folgende Aufzählung habe ich für mich auch ein Spektrum von “würde ich mir kein zweites mal anschauen” und “weiß nocht nicht, ob ich das weiter gucke” bis hin zu “würde ich jederzeit wieder gucken” abgedeckt. Es sind also kein Empfehlungen per se, sondern Einschätzungen meinerseits, wie gut mir die Serie gefallen hat. Gemeinsam haben sie nur eines: sie konnten mich über längere Zeit fesseln und haben mein Interesse geweckt. Natürlich gibt es auch noch eine Menge toller Serien mehr, aber ich kann und will nicht alles schauen (wobei Star Trek ab der Next Generation noch auf meiner Vorhaben-Liste steht). Auch bin ich immer auf der Suche nach guten Serien, die mit den Kalibern in der folgenden Aufzählung mithalten können, wer mir etwas empfehlen möchte, nur zu!

Ally McBeal würde jetzt sagen: “Am Dienstag gehe ich mit dem Soßengesicht aus, am Donnerstag mit dem Rabbi und am Mittwoch kommt meine Lieblingsserie. Ich habe eine Leben!” Was übrigens genau auf meiner Humor-Wellenlänge liegt.
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24

Jack Bauers Abenteuer fand ich immer interessant, obwohl das Echtzeitkonzept eigentlich nur aufgesetzt ist. Im Grunde ist es eine detektivische Schnitzeljagd, die lediglich innerhalb von 24 Stunden stattfindet. Allerdings überschreitet Jack dabei so manche Grenze, der Zweck heiligt praktisch alle Mittel. Sei es Gefangenenfolter oder Drohung, ganz pragmatisch und absolut auf’s Ziel fixiert findet Jack immer einen wunden Punkt bei jedem Gegner, um schließlich einen Schritt weiter zu kommen. Tatsächlich ist die Action spannend, regelmäßig fiebere ich dabei mit, bis Jack im letzten Moment sein Etappenziel erreicht, sich eine neue Verwicklung ergibt oder ein nächster Hinweis entdeckt wird. Dabei ist die Serie vom Handlungsablauf her noch nicht einmal sonderlich intelligent, bestimmte Sachen, eben Folter oder Immunitätsgarantien vom Präsidenten oder der plötzliche Tod eines Beteiligten der Terrorakte oder die dauernervige Tochter oder die ewigen Maulwürfe in der CTU, wiederholen sich hin und wieder. Bösewichte werden mitten in der Season ausgetauscht und in der Regel erschüttern gleich mehrere Terroranschläge am Tag das Land, die immer einem noch schlimmeren und spektakulären Anschlag voraus gehen.

Season 1 und 2 fand ich damals ziemlich klasse, mit Season 3 gab es für meine Begriffe einen starken Einbruch, den Season 4 im großen und ganzen wieder wett gemacht hat. Was zur Zeit in der fünfte Season aber abgeht, das ist sicher nicht von schlechten Eltern. Hier kracht und knallt es an allen Ecken und Enden, das Besetzungskarussell wird kräftig umgekrempelt und diesmal scheint es auch ein klares Ziel zu geben, auf welches die Handlung hinausläuft. Das war ja bisher bei keiner der vorrangegangenen Seasons der Fall – als die Autoren die ersten Episoden schrieben und diese ausgestrahlt wurden, wussten sie nicht, was in der letzten Episode passieren würde. Zum ersten mal seit der ersten Season bange ich nun auch wieder um Jacks Leben, nachdem was die Drehbuchautoren der Crew bisher an Frischzellenkur verpasst haben. Obwohl ja eine sechste Season schon in Planung ist, bin ich mir nun nicht ganz sicher, ob Jack Bauer dabei sein wird. Außerdem klingt in dieser Season immer mal wieder dezente Selbstcharakteristik und -ironie (“Jack’s Methoden führen zum Erfolg.”) an, was ein vergnüglicher Seitenhieb auf die ganze Serie ist.

Obwohl mich die fünfte Season am stärksten von allen bisherigen begeistert, ist 24 für mich eine Fire-and-forget-Serie: einmal begeistert mitfiebern, aber danach verspüre ich keine Lust, mir alles ein zweites mal anzuschauen. Tolle Action mit einem interessanten Hauptcharakter, für mich aber nicht mehr. Mit Season 5 muss ich diese Haltung aber nochmal überdenken.
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Alias

Ganz anders sieht es dagegen bei Alias aus. Regelmäßige Leser sollten schon mitbekommen haben, dass Alias meine Lieblingsserie ist. Im November und Dezember habe ich mich hier lang und breit über die dritte Season ausgelassen – einfach mal dem verlinkten alias-tag unter der Überschrift des Postings folgen. Steh ich zu, dass es meine Lieblingsserie ist, ich könnte sie mir immer wieder angucken. Umso mehr ärgere ich mich, dass mit der aktuell laufenden fünfte Season Schluss sein wird, noch dazu nach nur 17 anstatt der üblichen 22 Episoden. Also wenn ich mich dann Ende Mai hier an dieser Stelle richtig schlimm ausheulen werden, dann liegt’s am Ende von Alias. Wenn ich daran denke, werde ich jetzt schon ganz traurig. Wer meldet sich freiwillig, mich zu trösten? Offensichtlich verlangt die Serie selbst in den USA den Zuschauern zuviel ab, weshalb es kaum noch jemand anschaltet. Dabei gilt für die bisherigen 9 Episoden der fünfte Season dasselbe, was bei 24 zu sagen ist: die aktuelle Season ist genial und knüpft locker an das Niveau der ersten und zweiten Season an. Einige Episoden dieser Season waren ebenfalls so aufwühlend und umwälzend, wie z.B. die Episode Phase Eins in der zweiten Season, als SD-6 zerstört wurde oder das Ende der 2. Season, als Sydney zwei Jahre ihres Lebens verlor. Speziell der aktuelle Cliffhanger von 5.09 ist wieder schwer verstörend, ähnlich dem von Ende der vierten Season, der dasselbe Kaliber vom Ende der zweiten Season hat.

Season 1 und 2 von Alias sind für mich persönlich ganz großes Kino. Zuerst bin ich nur wegen den Cliffhangern dran geblieben, bis schließlich einige unglaublich atmosphärische Episoden folgten. Richtig gepackt hat es mich aber erst in der zweiten Season, die so ziemlich alle Dinge auf den Kopf stellte. Dabei nimmt sich die Serie niemals vollständig selbst ernst, zwar gibt es ernsthafte Probleme, vor denen die Protagonisten stehen, aber ansonsten schwebt ein beständiger und frotzelnder James Bond-Humor über der ganzen Show, in der auch schon mal Todgeglaubte durch einen originellen, aber meistens nachvollziehbaren Storydreh wieder mit von der Partie sind.

Aufgewertet wird Alias nicht nur durch interessante Agenten-Einsätze, sondern auch durch ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht der Hauptpersonen, welches sich immer weiter entwickelt, über den Haufen geworfen wird, neu aufgebaut wird und einem doch immer wieder im Unklaren lässt, was nun Sache ist, welches ich aber hier und jetzt wegen immenser Spoilerei nicht aufdröseln werde. Tatsächlich zieht die Serie daraus einen guten Teil ihres Reizes, die Chemie zwischen den Schauspielern ist perfekt. Außerdem folgen die Episoden einer von vorneherein festgelegten übergeordneten Handlung und damit können sich die Autoren nur schwer in Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten verzetteln. Da wird eben mitten in einer Season die komplette Alias-Welt umgekrempelt, ähnlich starke und weniger starke Veränderungen gibt es immer wieder. Leider hatten die Autoren für die dritte Season keinen vorab festgelegten Handlungsbogen in petto, weshalb diese auch ziemlich schwach war. Season 4 ist in vielerlei Hinsicht anders aufgebaut, aber mit den letzten Episoden wird schwer an der oberen Grenze des Alias-Niveaus gekratzt, allerdings eben nur mit den letzten paar Episoden.

Zu Alias gibt es tausend Dinge zu sagen, die tolle Kameraarbeit mit gelegentlichem Graufilter oder einigen SlowMotion-Momente zur Steigerung der Intensität, das beständige Mittendrin-Gefühl, dass einen auch schon mal überwältigen kann, das ganze Agentenszenario, der Mystery-Aspekt um Rambaldis Prophezeiungen, die tollen Charaktere, der Humor, die Dramatik, aber damit will ich jetzt Schluss machen, sonst würde dieser Beitrag nie enden.
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Ally McBeal

Ally McBeal ist Herzschmerz und Freude der ganz wunderlichen Art. Ally ist cool, das muss einfach mal gesagt werden. Bei Ally McBeal sitze ich normalerweise breit grinsend vorm Bildschirm, obwohl es zu keiner Zeit lächerlich wirkt, wie Ally durch die hochnotpeinlichsten Situationen schlittert, selbige souverän meistert und schon die nächsten Probleme aufgehalst bekommt. Ich brauche keine Comedy-Sendung, ich habe Ally McBeal, die mit Witz, Charme und etwas durchgeknallt-Sein ihre problematische Gefühlswelt auslotet und dabei alles andere als aufgesetzt wirkende Konflikte und Lösungen findet. Dabei hat sie im Grunde nur ein wesentliches Problem, und zwar den absolut perfekten Mann für’s Leben zu finden, den sie glaubte, mit ihrem Verflossenen Billy schon gehabt zu haben. Zumindest in der ersten Hälfte der ersten Season entwickelt sich das Geschehen in der Kanzlei und rund um Allys Probleme ganz amüsant und ansprechend. Die vierte Season mit Robert Downey jr. war genial, auch wenn der Schmachtfaktor stark gestiegen war. Nach der doch etwas arg absurd gewordenen fünften Season konnte ich aber schon verstehen, warum die Serie eingestellt wurde.

Dass Ally anfangs der Serie ausgerechnet mit dem inzwischen verheirateten Billy in einer Anwaltskanzlei zusammen arbeiten muss, macht ihr Leben nicht gerade leichter. Ganz im Gegenteil führt das zu weiteren amüsanten Verwicklungen mit unserer quirligen Anwältin, weswegen mir gelegentlich schon mal Lachtränen aus den Knopflöchern kullern. Diverse Fishismen und das wunderliche Verhalten des Gummibärchens, sowie zahlreiche extraordinäre Special Effects tun ihr übriges dazu bei. Außerdem mag ich die ganze amerikanische Pop-Musik in der Serie, die ihren Teil dazu beitrug, dass Ally McBeal vor Alias mein Favorit gewesen ist. Und das obwohl ich bis heute vielleicht gerade mal die Hälfte oder sogar nur ein Drittel der Episoden quer über alle fünf Seasons gesehen habe. Allerdings steht die Serie zur Zeit ganz oben auf meiner Amazon-Leihliste, in dessen Service ich immer noch hänge. Star Trek musste sich erst mal dahinter anstellen.
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Band of Brothers

Diese kleine und feine Mini-Serie befindet sich auf den Spuren der Easy Company während des Zweiten Weltkrieges. Die annähernd realistische Darstellung der Ereignisse und natürlich die Nähe an den tatsächlichen Geschehnissen zwischen dem D-Day in der Normandie und der Kapitulation der deutschen Armee 1945 sind sehr beeindruckend in Szene gesetzt. Als Zuschauer hatte ich das beständige Gefühl mittendrin zu sein, außerdem werden in den zehn Episoden ganz unterschiedliche Perspektiven des Soldatenlebens im Krieg beleuchtet.
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Battlestar Galactica

Bisher bin ich an keiner SciFi-Serie dran geblieben, in diesem Sinne darf sich Battlestar Galactica auf die Schultern klopfen, denn in diesem Genre ist die Serie die erste, die bei mir das Interesse geweckt hat. Battlestar Galactica hat “mind fuck”-Qualitäten, nach mehreren Episoden habe ich mir verwundert die Augen gerieben, nachdem was da jeweils abgezogen wurde. Hier weiß ich nicht, was echt oder falsch ist, richtig oder nicht greifbar. Obwohl der Pilot noch etwas lahm startet, pendeln sich die Ereignisse nach dem menschlichen Holocaust in den 12 Kolonien um die Flucht der verbliebenen Menschheit auf einem dramatisch hohen Niveau ein. Der ganze Storybogen, der in den ersten Episoden gestartet wird, zieht sich bis über die Hälfte der zweiten Season, erst danach gibt es in meinen Augen einen kleinen Bruch, bzw. scheint eine Art Etappenziel erreicht zu sein, und die Handlung konzentriert sich auf kleinere Dinge in der Flotte (was übrigens eine geniale Charakter-Episode mit Starbuck einschließt – Scar ist gemeint). Bei Battlestar Galactica scheint nichts so zu sein, wie es ist. Irgendwie bekommt man nach und nach den Kopf gewaschen, während einen die Serie gleichzeitig Stück für Stück wieder aufbaut. So ziemlich alles an konventionellem Denken wird auf den Kopf gestellt, um zu zeigen, dass die Menschen der 12 Kolonien eine ganz andere Entwicklung genommen haben, als es auf der Erde der Fall war.

Die Erde ist gleichzeitig ein Teil, der zum spannenden Mythos der Serie gehört. Obwohl es nur das Buch von Kobol gibt, was einer Bibel entspricht, macht sich die verbliebene Flotte um die Galactica auf die Suche nach dieser 13. Kolonie. Dabei müssen sie aber die gnadenlosen Zylonen abschütteln, die sich zuerst selbst als die bessere Fortentwicklung der Menschen sehen und damit glauben, näher an Gott zu stehen. Da die Flotte aber von menschlich aussehenden zylonischen Spionen durchsetzt ist, beginnen sie an ihren Handlungen und ihrer Stellung im Universum zu zweifeln, was nicht minder zu interessanten Konflikten führt.

Natürlich setzt Battlestar Galactica neben spannungsgeladenen Episoden, vielschichtigen und vielfältigen Charakteren, einem interessanten Ausgangszenario, einer Episoden-übergreifenden Story und toller Musik auch auf das Cliffhanger-Prinzip, was sowieso immer eine enorme Spannung und Erwartungshaltung fördert. Die Serie hält in der Regel was sie verspricht, stattet vor allem Leute wie Starbuck oder Tigh mit einem ziemlich sarkastischen, wenn nicht sogar zynischen Humor aus, was ich in diesem Falle auch sehr mag. Denn die Trostlosigkeit, die durch den Low-Tech-Style der Serie unterstrichen wird, es kann eben nicht alles so einfach sein, wie es in anderen SF-Serien gezeigt wird, ist perfekt in die ganze Battlestar Galactica-Atmosphäre eingebettet. Zum Glück verzichtet Autor und Produzent Ron Moore auch auf allzu abgedroschenes Techno-Babbel. Zur düsteren Atmosphäre trägt auch der hektisch wirkende “Doku-Stil” der Kamera so einiges bei (Ahnungslose nennen das Wackel-Kamera).
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Deadwood

Deadwood hat den Nerv bei mir nicht ganz getroffen, was mich unsicher macht, ob ich die Serie weiter schauen soll. Deadwood ist als Serie in vielerlei Hinsicht anders, was es etwas schwierig macht, sie einzuordnen. In jeden Fall ist sie als Western-Serie, wenn auch als untypische, sehr gelungen. Das kleine Örtchen Deadwood ist im Jahre 1876 Anzugspunkt für Glücksritter, Händler, Goldsucher, Spieler und allerlei Kriminelle. Denn es gehört noch nicht zu den Vereinigten Staaten von Amerika, da es im noch unerschlossenen Mittleren Westen liegt. Es gibt keine Gesetze, keine Richter, keinen Sheriff. Stattdessen gibt es ein Konglomerat von gegenteiligen oder sich übereinstimmen Interessen der örtlichen Geschäftsbosse, die für allerlei Intrigen verantwortlich sind, um persönlichen Reibach zu machen.

Was die einzelnen Episoden verbindet, sind neben den Charakteren vor allem das historisch akkurat nachgebildete Örtchen Deadwood, welches sich beständig weiter entwickelt. Täglich treffen z.B. neue Händler ein, die ihr Geschäft eröffnen wollen, der Ort vergrößert sich und allerlei neue Geschehnisse ereignen sich, auf denen der Fokus liegt. In dem Sinne gibt es keine klassische Handlungsentwicklung, nach der in einer Episode etwas erreicht werden muss oder die sich über eine Season erstreckt. Das Örtchen entwickelt sich eben, Interessen prallen aufeinander oder gemeinschaftliche Probleme, wie der Ausbruch der Pockenkrankheit, werden gemeinsam von den zentralen Figuren gelöst. Die Gewerbe florieren, besonders das horizontale Gewerbe im Vergnügungsbereich findet Anspruch und ist ganz selbstverständliches Thema der Serie. Nicht nur dieses horizontale Gewerbe floriert, auch Sargbauer und Totengräber müssen wegen zünftiger Schießereien nicht gerade am Hungertuch nagen.

Generell ist das historische Western-Szenario samt der entsprechend ausdrucksbehafteten Sprache der Protagonisten sehr gut getroffen.
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Die Abenteuer des jungen Indiana Jones

Young Indy war die erste Serie, die ich damals ernsthaft geschaut habe. Die Filme finde ich richtig klasse, außerdem habe ich zuvor und generell auch die ganzen Indy-Bücher von Hohlbein, MacGregor, Caiden und McCoy gelesen. (Was zum Glück nur ein paar sind, vergleicht man das mit dem ausufernden Star Wars-EU.) Ich mag die Serie wirklich, Indy als tollpatschiger Held ist sowohl als ganz Kleiner als auch als jugendlicher Spund sehr gut getroffen. Neben diesen tollpatschigen Witzigkeiten vereint die Serie aber auch ganz ernsthafte Themen, mit denen Indy sich herumschlägt. Das ganze dient im Grunde aber nur als vordergründige Kulisse für die Abenteuer, die ihn durch die ganze Weltgeschichte jagen. Sei es die Begegnung mit Teddy Roosevelt auf einer Safari in Afrika, mit Mata Hari in Paris (Prinzessin Leia hat für diese Folge das Drehbuch geschrieben, ehrlich!), mit DeGaulle als Kriegsgefangenen in Ingolstadt während des Ersten Weltkrieges, mit Musiker Gershwin in New York, Sigmund Freud in Wien oder mit Hemingway in einem Kriegslazarett in Italien, alles dient dazu Indy vor einen historischen Hintergrund zu setzen und die historischen Persönlichkeiten prägend auf ihn wirken zu lassen. Oder umgekehrt. In der Hinsicht sind die historischen Tatsachen mit den erfundenen Geschichten ganz hervorragend ineinander verwoben worden, dazu habe ich als jünglicher Zuschauer damals auch ein paar Dinge gelernt.

Inzwischen sind bestimmt zehn Jahre vergangen, seit ich die Serie gesehen habe. Nächstes Jahr soll endlich die DVD erscheinen, was so langsam auch Zeit wird. Hier hoffe ich mal, dass die noch fehlenden Episoden, die nie im TV ausgestrahlt wurden, mit dabei sind. Zwar gab es die vor Jahren mal als VHS-Release, aber da ich keinen Videorekorder habe und auch nicht plane, mir jemals so einen Altmetallklotz in die Hütte zu stellen, musste ich bislang darauf verzichten.
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ER – Emergency Room

ER kommt fast schon einer Actionserie gleich, soviel Hektik steckt in dieser Serie drin. Irgendwann habe ich mal eine Episode aus der dritten Season gesehen (glaube ich jedenfalls, dass es die dritte war), die ich unheimlich aufwühlend fand. Danach war es eigentlich um mich geschehen und ich habe mit Spannung jede neue Episode verfolgt. Jedenfalls habe ich das versucht, gelungen ist es mir nicht so ganz. Mit Season 9 und 10 habe ich den Faden irgendwann verloren, zwischendurch habe ich auch schon immer mal wieder einige Episoden verpasst. Deshalb bin ich inzwischen ganz raus aus der Serie, aber ich habe mir vorgenommen, wieder Anschluss zu finden, wenn ich etwas mehr Zeit finde.
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Lost

Zu Lost habe ich hier ja schon zweimal etwas geschrieben, worin ich die Struktur der Handlung bezüglich der Flashbacks der Charaktere und den Insel-Geschehnissen etwas aufgedröselt habe. Deshalb spare ich mir das an dieser Stelle einfach mal, es erneut ausufernd zu beschreiben. Einfach mal dem obigen lost-tag folgen, wenn Interesse besteht.

Anfänglich gab es nur einen Grund für mich Lost anzuschauen: Alias-Erfinder J.J. Abrams hatte als Drehbuchschreiber, Regisseur und Produzent seine Finger mit im Spiel. Dagegen fand ich die erste Ankündigung um eine Gruppe Flugzeugabsturz-Überlebender auf einer geheimnisvollen Insel wenig ansprechend. Dass ausgerechnet die Insel einen Mystery-Touch der Extraklasse (Schwarze Wolke, Black Rock, Luke im Dschungel, die Zahlen, die Anderen) versprüht, macht die Sache aber nicht gerade langweilig. Zwar tröpfeln Informationen rund um alles Unerklärliche gelegentlich sehr spärlich, das gleicht Lost aber immer wieder mit starken Charakter-Episoden aus. Denn was Lost mit dem Mystery-Aspekt auf der einen Seite hat, hat die Serie auf der anderen Seite mit dem erneut grandios und komplex gestalteten Beziehungsgeflecht der unfreiwilligen Inselbewohner untereinander. Dass gelegentlich der eine oder andere ein wenig frei dreht und sein eigenes Süppchen kocht, nicht ohne dabei die Verhältnisse der ganzen Gruppe mal so eben über den Haufen zu werfen, gehört ebenso dazu, wie die Begegnung mit dem eigenen Schicksal. Denn was die einzelnen Charaktere in ihrem früheren Leben auf emotionaler Ebene durchlebt haben, dem begegnen sie auf der Insel auf anderer Weise meistens noch einmal. Immer wieder stellt sich dabei die Frage, wie verhält sich der Charakter diesmal, was lernt er daraus, ändert er sich und macht er eine Entwicklung durch, werden durch frühere Geschehnisse sein aktuelles Tun und Lassen erklärt? In dieser Hinsicht ist die ganze emotionale Ebene, so will ich das jetzt mal nennen, jedes mal hervorragend in Handlung einer Episode eingebettet.

Natürlich ist der Mystery-Aspekt ungleich spannender, das will ich gar nicht abstreiten. Was in dieser Hinsicht zur Zeit in der zweiten Season abgeht, das rockt so ziemlich die Hütte. Hier wächst ein immenses Puzzlespiel heran, zu dem es eine Millionen Infofitzelchen und noch mal so viele Spekulationen in den zahlreichen Lost-Foren gibt, bei denen aber keiner so wirklich weiß, was noch wahr und offensichtlich ist. Dabei wimmelt die ganze Serie noch vor Anspielungen und Hinweisen. Ich finde es wunderbar, mein bisschen Grütze nach einer Episode erst mal ein wenig anstrengen zu müssen, um die Handlungsteile zusammen zu setzen und gleichzeitig Fragen aus alten Episoden beantwortet zu sehen. Wenigstens die wirklich offensichtlichen Dinge versuche ich mir immer zusammen zu kombinieren. Zum Glück habe ich mir mal eine Datei angelegt, in der ich nach jeder Episode die neu entstandenen Fragen aufgeschrieben habe und später die Antworten dazu gestellt habe, die im Laufe der Serie gegeben wurden. Natürlich gibt’s keine Antwort ohne ein neues Geheimnis. Allerdings fließen zum Anfang der zweiten Season auch hier die Informationen erst einmal nur tröpfchenweise, obwohl ich finde, dass stattdessen ein paar sehr gute Charakterfolgen gezeigt werden. Für Charakterfolgen sind in meinen Augen Jack und Locke immer gut, beide halte ich für die interessantesten Charaktere der Show. Obwohl mir mehr oder weniger alle doch ein bisschen ans Herz gewachsen sind. Interessant finde ich grundsätzlich auch Miss most sexy Bedröppeltblick Kate, die Frau mit dem rrrrr-Faktor (Coypright des Spruchs irgendwo in Inishmores Blog), auch wenn sie in den letzten paar Episoden nur noch gelegentlich durch den Drehbereich gestolpert ist. Die gute Kate war nach dem Pilotfilm ein ausschlaggebender Grund, dran zu bleiben, weil es doch etwas überraschend war, dass sie die Gefangene des Marshalls gewesen ist. Aber der Fokus auf Locke und Jack und damit die Auseinandersetzung um den Glauben an das Schicksal auf der einen Seite und den Versuch, alle Phänomene rational, wissenschaftlich erklären zu können auf der anderen Seite, hat seine sehr interessanten Momente.

Mich hat’s jedenfalls wieder gepackt, ich bleibe hier mit Sicherheit auch dran.
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Magnum, P.I.

Das müsste die älteste Serie in meiner Aufzählung sein, denn sie stammt noch aus den 1980er Jahren. Wie Lost spielt auch Magnum auf Hawaii (*hust* Lost wird ja nur auf Hawaii gedreht), allerdings hat Magnum ganz irdische Probleme. Er ist Privatdetektiv und schlittert immer wieder durch die unterschiedlichsten und bisweilen absurdesten Fälle, die es auf Hawaii gibt. Mit einer amüsanten Note versehen – von Higgins wird Magnum immer wieder abfällig als schmieriger Detektiv für Scheidungsfälle bezeichnet – findet Magnum aber auch immer eine zufriedenstellende Lösung des Falles. Dabei baut er auch auf die Hilfe seiner Freunde Rick vom King Kamehameha Club und T.C. mit seinem eigenen Helikopter-Unternehmen, dessen Helikopter im Detektiv-Einsatz mit Magnum regelmäßig einen Schuss durch die gerade neu eingebaute Frontscheibe erhält.

Allen dreien ist gemeinsam, dass sie Vietnam-Kriegsveteranen sind und besonders Magnum kämpft auch mit seinen Erfahrungen in Vietnam. Hier entwickelt sich eine ernsthafte und tiefschürfende Handlung, die Magnums Leben beeinflusst und sich über die ganze Serie hinzieht. Nicht immer sind auch alle Fälle mit einer lustigen Note versehen, manche Episoden zeigen verwirrende und nicht wenig grausame Fälle, die Magnum anpacken muss. Gelegentlich wird dies auch mit entsprechend melancholischen oder traurigen Songs unterstrichen. Andererseits war sich Magnum auch nicht zu schade, in einer Folge Indiana Jones zu parodieren. War doch Tom Selleck damals der eher gewünschte Schauspieler vor Harrison Ford für die Rolle des Indiana Jones. Allerdings hatte der gute Mann damals schon den Vertrag für Magnum unterschrieben und war nach einem Vorsprechen bei Spielberg und Lucas nicht mehr abkömmlich.

In der Serie sieht man übrigens eine blutjunge Sharon Stone als Gaststar. Wie ich finde, hat sie danach nur noch schlechte Filme gemacht.

Magnum, P.I. ist Kult, für mich die Detektivserie aus dem damaligen Fernseh-Zeitalter. Eine kleine Ewigkeit ist es hier ebenfalls her, dass ich ca. 90 bis 95% der Episoden gesehen haben dürfte.

Sydney ist zurück!

Es ist irgendwie ein schönes heimeliges Gefühl, wieder neue Folgen von Alias laufen zu haben. Und es geht auch gleich wieder richtig zur Sache, na was auch sonst.

Die Alias-Mannschaft der dritten Season

Nachdem meine DVD-Box gestern mit einer Woche Verspätung eintrudelte, durfte ich endlich auch mal die erste Folge der dritten Season sehen. Und das alte Alias-Gefühl ist sofort wieder da, auch wenn sich ganz schön was verändert hat.

Wir erinnern uns: Sydney will Sloane und seine Organisation lahm legen, Sloane soll für den Tod an ihrem Verlobten büßen, mit dem das Drama seinen Lauf nahm. Sloane wiederum sucht eine Art Maschine des Wissenschaftlers Rambaldi aus dem Mittelalter, der einen Typ Marke Nostradamus und Galilei in einem gewesen sein muss. Von der Maschine weiß aber keiner so richtig, was sie macht, außer dass sie im Vorfeld schon zu einer Besessenheit nach der Suche der 47 Einzelteile bei manch einem geführt hat. In irgendeinem Zusammenhang steht diese Rambaldi-Maschine mit Sydney, da ihr Bild, jedenfalls ist das die Vermutung, die durch die Serie vorgegeben wird, auf dem Skript Rambaldis ist. Mit dem Schuss Mystery kommt gleich noch eine Variante des “Auserwählten-Plots” dazu. Jaja, den hatten wir eigentlich schon in Star Wars, Herr der Ringe, Matrix und noch einigen weiteren Publikationen – hat schon mal jemand an Jesus von Nazareth gedacht? Der Plot ist mindestens 2.000 Jahre alt, aber trotzdem immer wieder interessant. Ich wette fast, dass J. J. Abrams in jeden Fall das Buch The hero with a thousand faces des Mythenforschers Joseph Campell kennt. Na ja, das müsste wohl jeder Geschichtenerzähler kennen, der interessante Geschichten erzählen will.

Aber in Alias klingt dieser Plot vom Auserwählten nur am Rande an, die zweite Season über glaubt man sogar, das Sydneys Mutter Irina die Auserwählte sei, die ebenso der Rambaldi-Obsession unterliegt, wie Sloane. Jedenfalls schafft es Sloane mit Irina die Maschine zusammenzusetzen – und sie verändert die Welt…

Wie auch immer, Sydney muss darunter leiden, denn sie verlor zwei Jahre ihres Lebens. Mit diesem, im wahrsten Sinne des Wortes, schlimmsten Erwachen endete die zweite Season und produzierte den hinterhältigsten Cliffhanger, den ich je gesehen habe. Die Karten werden nun in der ersten Folge der dritten Season ganz schön neu gemischt. Jack, ihr Vater, sitzt im Gefängnis, Vaughn, ihr Freund, ist Lehrer und verheiratet, Dixon, ihr Partner bei der CIA, ist Abteilungsleiter (ob Kendall (aka Locke) noch mal auftritt?) und Sloane macht einen auf Wohltätigkeitsmenschen. Alles klar, Sloane, dem fiesen Sack, hab ich kein Wort abgenommen. Sonst hätte er nicht auf Syd gewartet, während alle Welt sie für tot hielt. Wenn Sloane wirklich einer von den Guten geworden ist, dann bin ich der König von England. Aber wieso hat er Syd einfach so die Akte überlassen? Irgendwas stimmt da nicht. Und ich wette fast, die Rambaldi-Maschine konnte mehr als nur die Botschaft erzeugen, von der Sloane erzählt hat.

Ich bin nun echt gespannt, ob Syd und Jack herausfinden, was sie die letzten zwei Jahre über gemacht haben. Das heißt jetzt 22 Folgen lang mit Sydney zu leiden, sich mit ihr zu freuen, mit ihr das Adrenalin auszuschütten und mit ihr zu trauern. Neben den vielen Veränderungen um sie herum scheint Syd die einzige Konstante geblieben zu sein. Der Agentenplot ist natürlich gewohnt typisch wieder wunderbar aufgesetzt. Syd jagd mal eben allein, undercover und ohne Hilfe nach einem Chip, den die CIA unbedingt haben will. Das trägt nicht gerade wenig zur typischen Alias-Stimmung bei und wird wohl wieder für viel Spannung sorgen.

Syd is back, yeah!